Schweizer Bio-Branche wächst

Trotz des schwierigen Marktumfeldes in Zeiten hoher Frankenwerte konnte die Schweizer Biobranche im vergangenen Jahr ein großes Wachstum vorweisen. Der Umsatz stieg um 5,2 Prozent.

Der Schweizer Einzelhandel hat im vergangenen Jahr mit herben Einbrüchen umgehen müssen. Frankenstärke und Einkaufstourismus haben zu geringeren Absätzen geführt. Die Biobranche der Schweiz konnte allerdings ihren Umsatz erhöhen. Dieser stieg auf 2,323 Milliarden Franken: Ein Plus von 5,2 Prozent. „Alle Produktegruppen – mit Ausnahme von Käse und Backwaren – sind gewachsen und haben Marktanteile dazugewonnen“, sagt Jürg Schenkel, Leiter Marketing Bio Suisse.

Besonders die Frischprodukte erfreuen sich einer großen Nachfrage. Sie machen mittlerweile zwei Drittel des Bio-Gesamtwarenkorbs aus. Vor allem Frischbrot und Eier in Bioqualität sind gefragt. Insgesamt konnte die Biobranche ihren Marktanteil auf einen neuen Rekord in Höhe von 7,1 Prozent steigern, nach 7,1 Prozent im Jahr 2014.

Doch nicht nur der Umsatz der Biobranche ist gestiegen. Auch die Zahl der Mitarbeiter und Landwirte, die in Bioqualität produzieren, konnte anziehen. Mittlerweile liegt die biologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsfläche bei 137.000 Hektar. Das entspricht bereist 12,8 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.

„Mit Bio könne die Welt nicht ernährt werden. Die Erträge seien zu schwach und zu wenig sicher, der Landverbrauch zu groß. Diese Behauptungen müssen wir immer wieder hören“, zitiert Bio Suisse Präsident, Urs Brändli, Kritiker der Biobranche. Eine wirkliche Antwort gibt er darauf jedoch nicht. Vielmehr setzte er zur Gegenkritik an:

„Sehr geehrte Damen und Herren, wären für Bioforschung gleich viel finanzielle Mittel eingesetzt worden wie für die Suche nach neuen Pestiziden, könnten wir schon heute auf Kupfereinsätze verzichten. Wäre statt in Gentech-Pflanzen in die ökologische Züchtung investiert worden, hätten wir eine breitere Auswahl an Pflanzen, die, den örtlichen Bedingungen entsprechend, gute Erträge liefern. Und wäre die Forschung im Tierbereich weniger auf Höchstleitungen ausgerichtet gewesen, sondern hätte auf Gesundheit, Robustheit und standortgerechte, optimale Leitungen gesetzt, so bräuchten wir keinen Aktionsplan zur Reduktion von Antibiotika!“

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