Monsanto-Sieg: EU-Parlament stimmt für Glyphosat-Zulassung

Das EU-Parlament hat sich für eine kürzere Zulassungsdauer des umstrittenen Herbizids Glyphosat ausgesprochen. In einer nicht-bindenden Resolution stimmte die Mehrheit der EU-Abgeordneten am Mittwoch dafür, das Unkrautvernichtungsmittel in der EU nur noch für sieben statt wie bisher 15 Jahre zu genehmigen.

Die Bundesregierung hatte am Dienstag die weitere Verwendung des Mittels in der EU befürwortet, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Dazu gehört eine Überprüfung der Auswirkungen auf die Artenvielfalt sowie das Verbot bestimmter Zusatzstoffe.

Anders als in den meisten Verfahren auf EU-Ebene hat das Parlament in diesem Fall kein Mitbestimmungsrecht. Anfang März hatten die Mitgliedsländer und die EU-Kommission eine Entscheidung über die Wiederzulassung von Glyphosat vertagt, da keine Mehrheit für den Beschluss zustande kam. Dies soll spätestens im Mai nachgeholt werden.

Vor allem Grüne und Umweltschutzorganisationen haben gegen die Wiederzulassung der Chemikalie protestiert. Bauernverbände dringen dagegen auf eine weitere Freigabe des massenhaft versprühten Mittels. Der US-Agrarkonzern Monsanto vertreibt Glyphosat unter dem Markennamen Roundup und hat damit im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,8 Milliarden Dollar erzielt.

Glyphosat ist der weltweit am meisten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. In der Landwirtschaft und im Gartenbau wird er vor der Aussaat zur Unkrautbekämpfung verwendet. Getreide und Raps darf in Deutschland unter bestimmten Umständen auch vor der Ernte damit behandelt werden. Dem Glyphosat werden oft andere Stoffe beigemischt, die das Eindringen des Wirkstoffes in die Pflanze erleichtern.

Diese Stoffe sind nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) zum Teil giftiger als das Glyphosat selbst. In einem Jahr dürfen auf derselben Fläche maximal 3,6 Kilogramm Glyphosat pro Hektar ausgebracht werden. Dabei darf es maximal 2 Einsätze mit einem Abstand von mindestens 90 Tagen geben.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Haagadone sagt:

    Traurig, traurig. Wieder haben die Monsanto-Gangster sich durchgesetzt. Seit dem
    Regierungswechsel in Argentinien ist nun ein Ex-Direktor von Monsanto der neue
    Agrarminister!
    Immer mehr wird Monsanto zum Krebsgeschwür für die Ernährung der Menschheit.