Österreichs Mittelständler erwarten schwierige Zeiten

Österreichs Mittelständler blicken skeptisch in die Zukunft. Kaum ein Unternehmen denkt daran, neue Stellen zu schaffen, viele klagen über zu hohe Abgaben und unflexible Arbeitszeitregelungen. Die neue Steuerreform gilt als wirtschaftsfeindlich.

Der Wirtschaftsmotor Mittelstand ist angeschlagen. Kaum 11 Prozent der Unternehmen sprechen derzeit von einer sehr guten gesamtwirtschaftlichen Lage in Österreich. 38 Prozent gehen sogar davon aus, dass es der österreichischen Wirtschaft schlecht bis sehr schlecht geht. Für die kommenden Monate rechnen die Unternehmen diesbezüglich kaum mit einer Verbesserung, so der Kreditschutzverband.

Die aktuellen Eurostat-Daten bestätigen diese Einschätzung. Im Februar ist die saisonbereinigte Industrieproduktion der Eurozone gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent zurückgegangen. Im Januar war die Produktion im Euroraum noch um 1,9 Prozent gestiegen. Der Rückgang betraf branchenübergreifend die Produktion von Verbrauchsgütern (-1,8 %), Energie (-1,2 %), Gebrauchsgütern (0,4 %) und Investitionsgütern (-0,3 %). Lediglich die Produktion der Vorleistungsgüter zog an. Entsprechend wird sich die Nachfrage aus dem Euroländern nach österreichischen Produkten verringern.

Die schlechten Aussichten führen dazu, dass 66 Prozent des österreichischen Mittelstands in diesem Jahr keine neuen Stellen schaffen wollen. Etwa jedes sechste Unternehmen erwägt sogar Stellenstreichungen. Die hohen Abgaben belastend die Unternehmen. Österreich hat die zweithöchste Steuer- und Abgabenlast der OECD-Länder. Nur in Belgien ist diese noch höher. Deutschland folgt auf Platz 3. Die neue Steuerreform hat die Situation nicht wirklich verbessert, eher verschlechtert, schenkt man dem Mittelstand Glauben. 32 Prozent der Befragten sprechen von zusätzlichen Belastungen und zu strengen Arbeitszeitregelungen.

„Am stärksten betrifft die Betriebe nach eigener Angabe die Erhöhung der Kapitalertragssteuer für Gewinnausschüttungen (70 %)“, so der Kreditschutzverband. „Damit werden Unternehmen aller Größenordnungen in die Pflicht genommen, besonders betroffen fühlen sich mit 83 Prozent die kleinen Betriebe.“

 

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