Konjunkturerwartungen hellen sich kurzfristig auf

Das zweite Mal in Folge ist das ZEW-Barometer angestiegen. Positive Nachrichten aus China und ein moderates Wachstum der deutschen Wirtschaft stimmen die Börsianer positiv. Für das gerade beendete erste Quartal halten Experten einen Anstieg von rund 0,5 Prozent für möglich.

Unter den Börsianern in Deutschland ist Optimismus eingekehrt. Das Barometer für die Erwartungen in den nächsten sechs Monaten stieg im April um 6,9 auf 11,2 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Experten hatten nur mit einem Plus auf 8,0 Punkte gerechnet.

„Überraschend positive Wirtschaftsnachrichten aus China dürften die Stimmung unter den Finanzmarktexperten aufgehellt haben“ sagte ZEW-Experte Sascha Steffen. Auch international sind die Erwartungen für China positiver ausgefallen. Der CEP-Indikator, der die Konjunkturerwartungen internationaler Finanzexperten für das Land für die kommenden zwölf Monaten wiedergibt, ist von minus 25,7 Punkten auf plus 3,5 Punkten gestiegen. Es bleibe abzuwarten, ob sich diese für China und die Weltwirtschaft wieder günstigeren Erwartungen auch bald in den realen Wirtschaftszahlen niederschlagen werde, so das ZWE.

Denn „unter dem Strich bleibt die anhaltende Wachstumsschwäche Chinas und anderer wichtiger Schwellenländer jedoch eine Belastung für die deutsche Exportwirtschaft“, so Steffen. Auch die Sorge über einen möglichen EU-Austritt Großbritanniens dürften die Stimmung gedämpft haben. Die aktuelle Lage bewerteten die Fachleute etwas ungünstiger. Dieses Barometer sank um 3,0 auf 47,7 Punkte. Hier hatten Experten einen minimalen Anstieg auf 51,0 Zähler vorhergesagt.

Die Bundesbank hatte jüngst betont, im ersten Quartal 2016 sei die Wirtschaft „wohl kräftig gewachsen“ und womöglich stärker als Ende 2015 mit 0,3 Prozent. Für die Monate April bis Juni zeichne sich jedoch ab, dass die Wirtschaft an Fahrt verliere.

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