Österreich: Spektakulärer FPÖ-Sieg bei Bundespräsidenten-Wahl

Die FPÖ hat in Österreich im ersten Wahlgang zum Bundespräsidenten einen spektakulären Erfolg erzielt. Mit 36,6 Prozent ließ der FPÖ-Mann alle anderen Kandidaten weit hinter sich. Der in den Umfragen in Führung gelegene Grüne Alexander Van der Bellen kämpft ist Hofers Gegner bei der Stichwahl. Die Kandidaten der Regierung erlebten ein Debakel.

Die FPÖ hat in Österreich bei der Wahl zum Bundespräsidenten einen spektakulären Erfolg erzielt. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bekam am Sonntag nach einer Hochrechnung des Meinungsforschungsinstitutes „ARGE Wahlen“ 36,6 Prozent der Stimmen und lag damit weit vor den anderen fünf Kandidaten. Es ist das bisher beste Ergebnis der FPÖ auf Bundesebene. Da der 45-Jährige die 50-Prozent-Hürde verfehlte, kommt es allerdings am 22. Mai zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

In der Stichwahl ist nach einer neuen Hochrechnung des Instituts Sora der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen (72). Er kommt danach auf 21,1 Prozent. Die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss (69) liegt bei 18,8 Prozent.

Ein Debakel wurde die Wahl für die Bewerber der rot-schwarzen Regierung. Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) kamen nach den Hochrechnungen auf jeweils rund zwölf Prozent. Den Bauunternehmer Richard Lugner wählten demnach etwa 2,5 Prozent.

Ein Debakel wurde die Wahl für die Bewerber der rot-schwarzen Regierung. Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) kamen auf jeweils nur rund zwölf Prozent. Damit steht fest, dass der nächste Bundespräsident erstmals nicht aus dem Lager der sozialdemokratischen SPÖ oder konservativen ÖVP kommt. Den Bauunternehmer Richard Lugner wählten etwa 2,5 Prozent.

In der Hochrechnung der „ARGE Wahlen“ sind die Briefwahlstimmen mit einkalkuliert. Sie werden erst am Montag ausgezählt. Die Hochrechnung beruhte auf 52,3 Prozent der Stimmen.

Der in den Umfragen hoch gehandelte ehemalige Grünen-Chef Van der Bellen blieb letztlich unter den Erwartungen. Der 72 Jahre alte Wirtschaftsprofessor war als unabhängiger Kandidat mit massiver Unterstützung der Grünen aufgetreten. Unabhängig war auf jeden Fall die Top-Juristin Griss (69), die ihren Wahlkampf aus privaten Spenden finanzierte und für einen liberal-bürgerlichen Kurs steht.

Es wird erwartet, dass das desolate Abschneiden der Kandidaten der Regierungsparteien zu heftigen innerparteilichen Diskussionen bei Sozialdemokraten und Konservativen führen wird.

Am Sonntag waren 6,4 Millionen Österreicher ab 16 Jahren zur Wahl aufgerufen. Das Staatsoberhaupt wird für sechs Jahre gewählt und kann einmal wieder kandidieren. Amtsinhaber Heinz Fischer scheidet im Juli nach zwei Amtsperioden aus.

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