Deutsche Bank Co-Chef Fitschen freigesprochen

Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sowie vier ehemalige Top-Manager des Geldhauses sind am Montag vor dem Landgericht München vom Vorwurf des versuchten Prozessbetrugs freigesprochen worden.

Das ein Jahr lang dauernde Verfahren gegen die fünf Banker hat die Anklage nach Auffassung der Richter nicht bestätigt.

Das Landgericht teilte mit:

Strafverfahren gegen Dr. Rolf Br. u. 4 a. wegen versuchten Prozessbetrugs u.a. (Deutsche Bank)

Der 2. Strafsenat des Oberlandesgerichts München hat mit Beschluss vom heutigen Tag die Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen den Beschluss des Landgerichts München I vom 12.04.2016 als unbegründet verworfen. Mit diesem Beschluss hatte die Strafkammer den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Erlass eines Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlusses gegen die Nebenbeteiligte Deutsche Bank AG abgelehnt. Hiergegen hatte die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.

Die Hauptverhandlung wird wie bereits terminiert am Montag, 25.04.2016, 09.30 Uhr(Sitzungssaal B 273, Strafjustizzentrum, Nymphenburger Straße 16), mit dem letzten Wort der Angeklagten fortgesetzt werden. Vorbehaltlich der anschließenden Beratung durch die Strafkammer ist an diesem Tag auch mit der Urteilsverkündung zu rechnen.

Fitschen, Ackermann, Breuer und zwei weitere Ex-Vorstände der Bank standen seit 28. April 2015 vor Gericht. Die Anklage warf den Bankern versuchten Betrug in einem Schadenersatzprozess vor, den der Medienunternehmer Leo Kirch gegen das Institut geführt hatte. Die Manager hätten versucht, das damalige Gericht hinters Licht zu führen, um ein Schadenersatzurteil abzuwenden. Kirch, der 2011 starb, machte die Bank für den Zusammenbruch seines Medienimperiums verantwortlich. Dieser Streit endete mit einem Vergleich, die Bank zahlte mehr als 900 Millionen Euro an Kirchs Erben.

Der Strafprozess gegen Fitschen hatte kurz vor dem Abschluss noch eine überraschende Wendung genommen. Als die Staatsanwaltschaft eine neuerliche Durchsuchung der Bank beantragte, ließ das Landgericht bereits vor dem Urteil kein gutes Haar an der Anklage: Die Vorwürfe gegen die Banker träfen nicht zu, deshalb gebe es auch keinen Grund für eine Durchsuchung. Vergeblich schaltete die Staatsanwaltschaft das Oberlandesgericht ein – auch dort blitzten die Ankläger mit ihrem Durchsuchungsbegehren ab.

 

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