Warnstreik: Hunderte Flugausfälle in Deutschland

An sechs großen Flughäfen in Deutschland haben am Mittwochmorgen Warnstreiks der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für massive Flugausfälle gesorgt. Am größten Flughafen Frankfurt am Main etwa wurden 392 von normalerweise geplanten 1.330 Flügen annulliert, wie ein Sprecher sagte.

Am Münchner Flughafen fielen nach Angaben eines Sprechers zwei Drittel der Flüge aus, 740 von rund 1.100 geplanten Flügen.

Aufgerufen zum Streik ist auch das Bodenpersonal der Flughäfen Dortmund, Düsseldorf, Hannover und Köln-Bonn. In Frankfurt am Main begann der Streik um 4.30 Uhr, wie der Flughafen-Sprecher sagte. Beschäftigte der Bodenverkehrsdienste sowie ein kleiner Teil der Sicherheitskräfte und der Mitarbeiter in der Verwaltung legten die Arbeit nieder. Um 8.00 Uhr folgten Mitarbeiter der Feuerwehr.

In München begann der Streik um 3.30 Uhr mit der Frühschicht, auch hier waren vor allem die Bodenverkehrsdienste betroffen. Die Mitarbeiter sind etwa zuständig für das Ein- und Ausladen des Gepäcks, das Fahren der Busse oder den Transport der Flughafenbrücken zu den Maschinen.

Verdi will mit den Streiks Druck in den laufenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen machen. Auch in anderen Bereichen wie etwa im Nahverkehr, bei der Müllabfuhr und in Kindertagesstätten wird deshalb gestreikt. Die Verhandlungen für die rund 2,14 Millionen Beschäftigten werden am Donnerstag in Potsdam fortgesetzt.

Verdi-Chef Frank Bsirske verteidigte die Arbeitsniederlegungen: Der Sinn von Warnstreiks sei es, Tarifverhandlungen zu beschleunigen, sagte er SZ vom Mittwoch. „Ich hoffe, dass dieses Signal verstanden wird und wir bei der dritten Runde am Donnerstag und Freitag zu einer Einigung kommen.“

Auch andere Mitarbeiter im öffentlichen Dienst wurden zu Warnstreiks aufgerufen. In Berlin etwa sind auch Kitas betroffen. Hier wurde deshalb auf Notbetreuung umgestellt.

 

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