Cloud-Geschäft wird für Amazon zum Umsatzschlager

Amazon kann also doch Geld verdienen: Der Online-Händler war bei Anlegern lange berüchtigt dafür, bestenfalls ein kleines Plus zu machen. Jetzt gab es über eine halbe Milliarde Dollar Gewinn - Rekord für das Unternehmen.

Amazon profitiert von seinem boomenden Geschäft mit Cloud-Diensten mit einem Rekordgewinn. Der weltgrößte Online-Händler verdiente im vergangenen Quartal 513 Millionen Dollar. Der Gewinn war nahezu doppelt so hoch wie von Analysten erwartet, im Vorjahresquartal hatte Amazon noch 57 Millionen Dollar verloren. Die Aktie sprang am Donnerstag nachbörslich um rund 13 Prozent hoch. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 29,1 Milliarden Dollar.

Die Cloud-Sparte AWS erwies sich erneut als starker Geldbringer. Bei einem Umsatz von gut 2,5 Milliarden Dollar fuhr sie einen operativen Gewinn von 604 Millionen Dollar ein. Amazon bietet Unternehmen Rechenleistung aus dem Netz, viele Start-ups und auch etablierte Firmen greifen auf Cloud-Dienste von AWS zurück. Der Umsatz des Bereichs sprang im Jahresvergleich um 64 Prozent hoch und der operative Gewinn wurde mehr als verdreifacht.

Auch das US-Handelsgeschäft war profitabel mit einem Sprung beim operativen Gewinn von 254 auf 588 Millionen Dollar. Der Umsatz wuchs um mehr als ein Viertel auf knapp 17 Milliarden Dollar. Im internationalen Geschäft gab es auf operativer Basis rote Zahlen von 121 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 9,57 Milliarden Dollar.

Zugleich sprangen auch die weltweiten Versand-Ausgaben um 44 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar hoch. Der Konzern bietet seinen Kunden den Abo-Dienst Prime an, in dem neben Video- und Musik-Streaming auch ein schnellerer kostenloser Versand enthalten ist. Amazon baut auch eine eigene Versand-Infrastruktur auf. Finanzchef Brian Olsavsky bekräftigte in einer Telefonkonferenz mit Analysten nach Vorlage der Zahlen, dass dies nur die Zusammenarbeit mit Versanddiensten ergänzen solle. Er hatte zuletzt gesagt, in der Weihnachtszeit überfordere die Masse an Amazon-Paketen die etablierten Logistiker.

Amazon-Chef Jeff Bezos investierte in den vergangenen Jahren stets viel in die Entwicklung des Geschäfts und neue Produkte, so dass bestenfalls schmale Gewinne übrig blieben. Für Investoren ist schon der zweite hohe Überschuss in Folge ungewöhnlich.

Amazon setzt aktuell auch massiv auf das Geräte-Geschäft mit neuen Tablet-Computern, E-Book-Lesegeräten und vernetzten Lautsprechern. Konkrete Zahlen zum Geräteabsatz nennt Amazon traditionell nicht. Bezos erklärte lediglich, bei den «Echo»-Lautsprechern gebe es Lieferengpässe angesichts hoher Nachfrage. Und die Verkäufe der Tablets hätten sich im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Der Tablet-Markt insgesamt schrumpfte nach Berechnungen der Analysefirma IDC um fast 15 Prozent. Amazon sehen die Experten mit 2,2 Millionen verkauften Kindle-Fire-Tablets bei einem Marktanteil von 5,7 Prozent.

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