Deutscher Rundfunk arbeitet unwirtschaftlich

Rundfunkexperten halten bei ARD, ZDF und Deutschlandradio Einsparungen in Millionenhöhe bei der Produktion von Fernsehen und Hörfunk für möglich. Ein «Benchmark»-Vergleich anhand der durchschnittlichen Produktionskosten pro Sendeminute habe ein mögliches Sparpotenzial von bis zu 96,5 Millionen Euro im Jahr ergeben.

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) wirft den Öffentlich-Rechtlichen Medien Unwirtschaftlichkeit vor. 86,1 Millionen die ARD, 9 Millionen Euro das ZDF und 1,3 Millionen Euro das Deutschlandradio. Es ist nicht das erste Mal, dass der KEF-Bericht Einsparungen fordert. Aber bisher sei nicht substanziell erkennbar, dass die Produktionsbetriebe bereits wirtschaftlicher arbeiteten, kritisierte die KEF. Die öffentlich-rechtlichen Anstalten halten durchschnittliche Minutenkosten, wie die Kommission sie in ihrem Bericht als Vergleichsmaßstab gewählt hat, für nicht geeignet und fordern eine differenzierte Analyse.

Aus dem Bericht der Kommission heißt es:

„Im Bereich der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit setzt die Kommission wegen festgestellter Unwirtschaftlichkeiten Wirtschaftlichkeitsabschläge von insgesamt 21,1 Mio. € fest. Da bei den Produktionsbetrieben keine substantiellen Verbesserungen der Wirtschaftlichkeit erkennbar sind und die Anstalten auch weiterhin kein verbessertes Benchmarking durchführen, nimmt die Kommission bei der ARD einen Abschlag von 17,2 Mio. € bzw. beim ZDF von 1,8 Mio. € vor. Aufgrund der festgestellten Unwirtschaftlichkeiten im Zusammenhang mit der Absetzung des Formats „Gottschalk live“ nimmt die Kommission bei der ARD einen weiteren Abschlag von 2,1 Mio. € vor.“

Aber auch bei der IT gibt es einen Nachholbedarf. „Eine Sonderuntersuchung hat erhebliche Wirtschaftlichkeitsreserven im IT-Bereich der Anstalten sichtbar gemacht“, so der Bericht. Daher sperre die Kommission für die Jahre 2019 und 2020 Mittel in Höhe von 20 Millionen Euro jährlich.

Bei den Ausgaben der Sender für IT (Informationstechnik) macht die Kommission ein Einsparpotenzial von 42,4 Millionen Euro im Jahr aus. Wenn noch die Beteiligungen hinzugerechnet werden, seien es sogar 74,5 Millionen Euro jährlich, hat eine Studie der Unternehmensberater von Ernst & Young ergeben. Die IT-Ausgaben lagen von 2013 bis 2015 im Schnitt bei insgesamt rund 400 Millionen Euro im Jahr.

Darüber hinaus hat die Kommission ab 2017 eine Absenkung des monatlichen Rundfunkbeitrags um 30 Cent auf 17,20 Euro empfohlen.

Kommentare

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  1. syssiphus sagt:

    Nicht n u r unwirtschaftlich,sondern auch desinformierend und langweilig.Als Bezahlfernsehen,würden die „Öffentlich-Rechtlichen“ untergehen,darum auch die Zwangsbgabe.