VW: Schäuble kritisiert Manager für Umgang mit Bonus-Zahlungen

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat Kritik an den VW-Vorstandsmitgliedern geübt. Diese hatten in der Abgas-Affäre an ihren Bonus-Zahlungen festgehalten. Vorerst sollen die Boni um 30 Prozent gekürzt werden, können aber nachträglich noch vollständig ausgezahlt werden.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die VW-Spitze für ihr Beharren auf einen Großteil ihrer Bonus-Zahlungen kritisiert. «Ich habe kein Verständnis dafür, wenn man ein großes Dax-Unternehmen erst in eine existenzbedrohende Krise führt und dann in einer öffentlichen Debatte die eigenen Boni verteidigt», sagte Schäuble der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Das zeigt, dass etwas nicht funktioniert.»

Nach langem Ringen hatte sich die Führungsspitze von VW darauf geeinigt, dass 30 Prozent der variablen Bezüge einbehalten und so behandelt werden, als wären es Aktien. Nach Ablauf von drei Jahren wird geprüft, wie sich der Aktienkurs entwickelt hat. Liegt der um ein Viertel über dem jüngsten Niveau, soll das Geld ausbezahlt werden, liegt er darüber, gibt es sogar mehr Geld – das Modell könnte sich angesichts der niedrigen Zinsen sogar als Geldanlage erweisen.

Am Donnerstag hatte VW-Konzernchef Matthias Müller die öffentlich ausgetragene Debatte über die millionenschweren Vorstands-Boni kritisiert. «Ich verstehe die öffentliche Diskussion, ich verstehe nicht, dass die Diskussion in die Öffentlichkeit getragen wurde.» Vorangegangen war ein langer Streit um die Boni, vor allem die mächtigen Arbeitnehmer bei VW, aber auch das Land Niedersachsen hatten sich einen freiwilligen und deutlichen Verzicht gewünscht.

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