Industrie 4.0: Neues System zur Fernüberwachung via Internet

Die immer stärker werdende Vernetzung zwischen Maschinen in der Industrie stellt auch neue Anforderungen an Maschinenbauer und ihre Dienstleistungen. Steht eine Produktion aufgrund eines Fehlers still, kostet es Zeit, dies zu beheben. Aber es führt auch dazu, dass Mitarbeiter vor Ort sein müssen, um den Fehler zu beheben. Ein neues Diagnosesystem soll dies nun ändern.

Industrie 4.0 kann durch die Vernetzung der Maschinen und Produktionsprozesse vieles in Unternehmen vereinfachen. Doch das System wird an anderer Stelle angreifbarer. Das Hintergrundwissen um die spezielle Vernetzung der Anlagen ist enorm, Schulungen von Mitarbeitern sind unabdingbar. Das führt dazu, dass Unternehmen nicht selten zu Dienstleistern herantreten werden, um Serviceleistungen im IT-Bereich abzurufen. So müssen unter den Mitarbeitern nicht zwangsläufig Spezialisten ausgebildet werden. Die Voraussetzungen für einen reibungslosen Betrieb der Produktionsprozesse auf smarter Basis werden quasi ausgelagert.

Das bietet Unternehmen die Möglichkeit, sich genau auf diese Dienstleistungen zu spezialisieren. Eine neue Teilbranche entsteht. Vor allem KMU aus dem Bereich der IT und dem Anlagenbau haben hier Chancen. Allerdings gibt es in diesem Bereich bis dato noch einige Schwierigkeiten. Der Export von Produktionsanlagen und Software kann dazu führen, dass Unternehmen nicht immer vor Ort sein können, um die Serviceleistung durchzuführen.

Genau an diesem Punkt haben Wissenschaftler der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW angesetzt. Sie haben zusammen mit der Firma LCA Automation AG, die Produktionsanlagen für die Automobilindustrie herstellt und ein neues, webbasiertes Diagnosesystem entwickelt. Um eine reibungslose Funktion der von LACA Automation hergestellten Produkte zu garantieren, ist eine regelmäßige Diagnose der Anlagen notwendig. Derzeit baut die Firma gerade in Mexiko eine Produktionsanlage. Da ist es nicht leicht, schnell für Diagnosen Mitarbeiter zu entsenden. Und die erstellten Berichte sind oft zu komplex, um von den Fachleuten ausreichend ausgewertet zu werden. Deshalb übernimmt das neue webbasierte Diagnosesystem auch die Interpretationen, die es sammelt.

Eine Webcam, Temperatur-, Strom- und Vibrationsmesser liefern die notwendigen Sensordaten. Eine Software interpretiert diese dann und kann schon bei ungewöhnlichen Werten warnen. Also im Idealfall auch noch bevor es zu einem wirklichen Problem in der Produktion kommt. Durch die Webbasiertheit kann das Team der LCA Automation jederzeit auf die Daten zugreifen und auch auf die Kamera, um sich selbst noch ein Bild zu machen.

„Dieses Diagnosetool ermöglicht uns einen schnellen, standortunabhängigen und barrierefreien Kundenservice“, sagt Geschäftsführer Christoph Rennhard. Mit den Rückmeldungen ihrer Kunden könnten die Anlagen laufend optimiert werden. In Mexiko entsteht nun die erste Anlage mit dem Diagnosetool.

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