Deutsche Bahn will offenbar Töchterfirmen teilweise privatisieren

Wegen Finanznöten will die Deutsche Bahn Medienberichten zufolge rund 4,5 Milliarden Euro durch den Einstieg privater Geldgeber bei der britischen Bus- und Bahntochter Arriva und beim weltweit tätigen Logistikkonzern Schenker erzielen. Vornehmlich soll damit die Reduzierung der Konzernverschuldung vorangetrieben werden.

Die Einnahmen würden „vorrangig zur Reduzierung der Konzernverschuldung genutzt“, heißt es in einer vertraulichen Beschlussvorlage für ein Sondertreffen des DB-Aufsichtsrats am 4. Mai, aus dem „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagsausgaben) zitierten.

Die Anteile der Tochterfirmen von je bis zu 45 Prozent sollen demnach zwischen 2017 und 2019 in drei Tranchen an der Börse platziert werden, so die AFP. Der hoch verschuldete Staatskonzern hätte ohne die Beteiligungserlöse Probleme, sein Investitions- und Sanierungskonzept „Zukunft Bahn“ umzusetzen, berichteten die Zeitungen.

Nach dem Plan von Bahnchef Rüdiger Grube sollen bis 2020 rund 55 Milliarden Euro in das überalterte Schienennetz, in neue Züge, moderne Werke und in den digitalen Umbau gesteckt werden. Die DB-Spitze räumt laut „Stuttgarter Zeitung“ und „Stuttgarter Nachrichten“ in den internen Unterlagen ein, dass das Geld für das angekündigte Zukunftsprogramm fehlt, nachdem 2015 mehr als 1,3 Milliarden Euro Verlust verbucht und bisherige Gewinnprognosen nach unten korrigiert werden mussten.

Eine Sprecherin der Bahn bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass am 4. Mai eine Sitzung des Aufsichtsrats stattfindet. Darüber hinaus wollte sich das Unternehmen nicht äußern.

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