Preisdruck im Ölgeschäft: OMV setzt auf den Iran

Im Zuge der anhaltend niedrigen Ölpreise setzt der österreichische Energiekonzern OMV auf internationale Kooperationen. Nach Russland ist nun der Iran wieder in den Mittelpunkt gerückt. Trotz anhaltender Schwierigkeiten in der finanziellen Anbindung des Irans an die westlichen Länder, will OMV seine Geschäfte im Iran wieder aufnehmen und erweitern.

Nach dem Tausch mit Gazprom hat der österreichische Energiekonzern OMV nun auch eine Partnerschaft mit der iranischen Ölgesellschaft NIOC ins Leben gerufen. Beide Konzerne haben in diese Woche in Teheran eine Absichtserklärung für die Untersuchung mehrerer Felder im Gebiet Zagros im Westen des Landes unterzeichnet, teilte die OMV mit. Dabei geht es vordergründig um „künftige technologische Forschungskooperation und Zusammenarbeit bei Swap-Geschäften mit Rohöl- und Erdölprodukten“, so die OMV.

Diese Absichtserklärung sei ein wichtiger Schritt zur Wiederaufnahme der OMV-Aktivitäten im Iran, sagte OMV-Chef Rainer Seele. Sie baue auf unseren früheren positiven Erfahrungen im Land auf, ergänzte er. „Gemeinsam werden wir evaluieren, ob es Bereiche für eine weitere potenzielle Zusammenarbeit in der Exploration und Entwicklung von Öl und Gas gibt.“

Doch bei dem Memorandum of Understanding geht es nicht nur um Öl und Gas. „OMV und NIOC werden ihre Explorationskompetenz und ihre Erfahrungen verbinden, um gemeinsam das Kohlenwasserstoff-Potenzial im iranischen Fars-Gebiet zu erheben“, sagte OMV-Vorstand Johann Pleininger. „Es freut uns sehr, dass wir im Rahmen der gemeinsamen Absichtserklärung für die Felder Cheshmeh Kosh und Band E Karkheh einmal mehr unsere Vorreiterrolle beim Einsatz erweiterter bzw. sekundärer Ölfördertechniken unter Beweis stellen können.“

Anfang April hatte OMV auch eine strategische Kooperation mit Gazprom beschlossen. Das teilstaatliche Wiener Unternehmen bot den Russen unter anderem eine Beteiligung an seiner Nordsee-Ölförderung und soll im Gegenzug einen Anteil an einem sibirischen Gasfeld erhalten.

Der österreichische Erdöl- und Gaskonzern OMV hatte seine Förderung im ersten Quartal minimal gesteigert. Die Produktion von Öl und Gas stieg im Vergleich zum Vorquartal um ein Prozent auf 312.000 Barrel pro Tag. Im Geschäft mit der Weiterverarbeitung von Rohöl zu Treibstoffen sank die entsprechende Raffineriemarge auf 5,08 Dollar je Barrel nach 5,90 Dollar im Vorquartal.

OMV ist nicht der einzige Konzern, der auf den Iran setzt, nachdem die Sanktionen aufgehoben worden sind. Vor allem auch die Maschinen- und Autobauer setzen große Hoffnung auf den lange abgeschotteten Markt. Doch so groß die Euphorie war, so schnell wurde sie zwischenzeitlich wieder gedämpft. Denn es gibt erhebliche Probleme finanzieller Art. Bisher meiden die jeweiligen nationalen Banken der potentiellen Geschäftspartner Transaktionen. Mitte April hatte der Iran am Freitag die EU und die USA gebeten, Zugang zum weltweiten Finanzsystem zu erhalten. Das US-Präsidialamt erklärte jedoch, dass dies nicht Bestandteil des Atomabkommens sei.

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  1. Schwartz sagt:

    In 2004, nach der Privatisierung von Petrom, hat der österreichische Konzern das Mehrheitsaktienpaket für einen bescheidenen Betrag gekauft. Gleich danach hat die OMV Dienstleistungen und Vermögenswerte an zwielichtige rumänische Geschäftsleute aus der Öl- und Gasindustrie übertragen. Der geringe Betrag der von der Österreichern bezahlt wurde, basierte auf dem schlechten Zustand der Förderanlagen und Einrichtungen der Petrom zu diesem Zeitpunkt. Diese Tatsache ist im Wesentlichen dem Gewerkschaftsführer, Liviu Luca und seinem Partner Sorin Ovidiu Vantu zu verdanken.
    Petromservice, ein Unternehmen gegründet von den Gewerkschaftsmitgliedern, führte damals die Dienstleistungen (Reparaturarbeiten der Anlagen und Aufwältigung der Bohrung) für Petrom aus. Gleich nach der Privatisierung der Petrom, begann Petromservice sein Unternehmen in verschiedene kleinere Unternehmen aufzuteilen. Das Ziel dieser kleineren Unternehmen war das gleiche Vertragvolumen von OMV Petrom mit gleichbleibendem schlechtem Service bei hohen Profit auszufuhren.