Für mehr Regen: Arabische Emirate wollen Berg in die Wüste bauen

Mitten in der Wüste planen die Vereinigten Arabischen Emirate einen Berg aufzuschütten, um so mehr Niederschläge zu erzeugen. Nach Aufbrauch der Wasserreservoirs investiert die trockene Region große Summen für die Erforschung von Wettertechnologien zur Erschließung neuen Trinkwasserquellen. Dazu gehört auch das künstliche Abregnen von Wolken mittels Chemie.

Mitten in der Wüste planen die Vereinigten Arabischen Emiraten einen Berg aufzuschütten, um damit mehr Niederschläge zu erzeugen. Der Berg soll die Luft dazu bringen, aufzusteigen und Wolken zu bilden. Diese sollen dann mit Chemikalien „geimpft“ werden, um als Steigungsregen für die Bewässerung der Region zu sorgen.

Das Konzept ist eine Auftragsarbeit von US-Wissenschaftlern des National Center for Atmospheric Research (NCAR), berichtet das Wirtschaftsmagazin Arabian Business in Dubai. Die Forscher studierten demnach derzeit detaillierte Modelle des Projekts um bis zum Sommer zu bewerten, welche Art von Berg in welcher Höhe und Steigungswinkel die besten Auswirkungen auf das Wetter hat. Das Forschungskonsortium aus verschiedenen US-Universitäten hat dafür bereits 400.000 Dollar an Forschungsgelder erhalten.

Auf der Suche nach neuen Trinkwasserquellen investieren die trockene Region der arabischen Wüsten große Summen für die Erforschung von Wettertechnologien. Wie die VAE jüngst bekanntgaben, haben die Vereinigten Arabischen Emiraten allein im vergangenen Jahr 558.000 Dollar für das so genannte „Cloud-Seeding“ ausgegeben. Dieses Verfahren zur Wetteränderung nennt sich auch „Wolkenimpfen“ und bewirkt ein chemisch induziertes Abregnen von Wolken. Dabei kommen meist Metallionen zum Einsatz, die etwa per Flugzeug direkt in die Wolken gesprüht werden und die Regentropfen beschweren und so zum Niederregnen bringen.

Noch müssen die Forscher herausfinden, wie viel genau das Bauen eines künstlichen Bergs kosten würde, sollte es sich als rentabel erweisen so soll ein Ingenieursbüro in der nächsten Projekt-Phase den Bau konkret konzipieren.

Die Arabischen Emirate haben bereits Erfahrungen mit künstliche Landschaftsveränderungen, auch Geo-Engineering genannt: So entstand in der Region das berühmte Projekt der Palm Islands, zwei künstlich vor der Küste aufgeschüttelte Luxus-Inselgruppen in Form von Palmen.

Kosten waren bei solchen Mega-Projekten für die reichen Ölländer bisher kein Problem, doch mit dem nachlassenden Ölboom tritt das Trinkwasserproblem der Wüstenstaaten immer stärker in den Vordergrund. Saudi-Arabien hat nach Jahren der Wasserverschwendung nun wegen des extremen Wassermangels radikale Maßnahmen ergriffen und die Landwirtschaft komplett verboten. Statt etwa Milchfarmen mitten in der Wüste zu bewässern, kauft das Land riesige Ackerflächen in Afrika und den USA auf, um seine eigene Agrarwirtschaft dorthin auszulagern.

Wassermangel infolge von Klimaveränderungen könnte der Weltbank zufolge bis 2050 zu einem Einbruch der Konjunktur in mehreren Regionen der Welt führen. Besonders hart dürfte den Nahen Osten treffen. Dort könne die Wirtschaftsleistung um bis zu 14 Prozent fallen. Auch in China und Indien würde der Wandel schwerwiegende Folgen haben, so die Modellrechnungen der Weltbank.

Laut den Vereinten Nationen betrifft die Wasserknappheit jedoch bald nicht mehr nur die Golf-Region sondern immer mehr Gebiete auf der ganzen Welt: Auch Europa ist nach einer Studie der UN spätestens 2070 von der weltweiten Wasserknappheit betroffen. Der Klimawandel und der mit der Bevölkerung wachsende Bedarf an Nahrung, Energie und sanitärer Versorgung gefährden demnach auf lange Sicht die weltweite Wasserversorgung. Bereits bis 2030 könne die Lücke zwischen dem Bedarf und der natürlichen Neubildung von Grundwasser auf 40 Prozent anwachsen, prognostizieren die Experten der UN-Wetterorganisation WMO. Bis zum Jahr 2050 werde der weltweite Bedarf an Wasser dadurch voraussichtlich um 55 Prozent ansteigen. Bis 2070 werde die Wasserknappheit auch in Mittel- und Südeuropa zu spüren sein.

Ein Lösungsansatz zum Wassersparen könnte es demnach sein, Wasser teuer zu machen. „Die derzeitigen Wasserpreise sind normalerweise viel zu niedrig, um reiche Haushalte und Industrien davon abzuhalten, überzogen viel Wasser zu verbrauchen“, so der UN-Bericht.

 

Kommentare

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  1. Kulleraugen sagt:

    die UNO ist so US unterlaufen das mann denen nicht Trauen kann sieht man immer wieder wie Abteilungen den Neocons unterstellt sind.

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Ha, ha!