Deutsche Exporte in die USA brechen ein

Im März sind die Ausfuhren in die USA und nach China deutlich gesunken. Nur die gute Nachfrage aus den EU-Ländern konnte dies bisher abfedern. China und die USA sind wichtige Abnehmer deutscher Waren. Im vergangenen Jahr gingen Güter im Wert von mehr als 185 Milliarden Euro in die beiden Länder. Die Unternehmen werden vorsichtiger und haben begonnen, ihre Produktion zu drosseln.

Im März verkauften die deutschen Unternehmen Waren im Wert von insgesamt 107,0 Milliarden Euro ins Ausland. Das sind 0,5 Prozent weniger als im März 2015. Besorgniserregend ist die Entwicklung der Lieferungen in die Länder außerhalb der Europäischen Union und damit etwa in die weltgrößten Volkswirtschaften USA und China. Hier schrumpften die Ausfuhren um 3,4 Prozent im Vergleich  zum Vorjahresmonat.

Die USA waren im vergangenen Jahr der wichtigste Handelspartner Deutschlands. Insgesamt wurden zwischen den beiden Ländern Waren im Wert von 173,4 Milliarden Euro gehandelt. Allein die in die USA exportierten Produkte erreichten einen Umfang von 114 Milliarden Euro. Besonders Autos und Autoteile, sowie Maschinen und pharmazeutische Erzeugnisse bestimmten den Handel. China rutschte im vergangenen Jahr auf Platz fünf der wichtigsten Handelspartner Deutschlands. In das Land wurden Waren im Wert von 71 Milliarden Euro exportiert.

Im März konnten die Exporte in die Euroländer (+ 1,0 %) und in die nicht zur Eurozone gehörenden EU-Staaten (+ 2,9 %) im Vergleich zum Vorjahresmonat die sinkende Nachfrage aus den USA und China noch abfedern.

Im Vergleich zum Vormonat konnten die deutschen Ausfuhren noch ein Plus von 1,9 Prozent verbuchen. Das ist der kräftigste Zuwachs seit einem halben Jahr. Allerdings waren die Exporte im Februar gegenüber dem Vormonat nur um 1,3 Prozent gestiegen, Im Januar und Dezember waren sie sogar gefallen. Die Importe fielen im Monats- und Vorjahresvergleich: um 2,3 und 4,3 Prozent.

Entsprechend drosselten die Unternehmen ihre Produktion. Industrie, Baubranche und Versorger stellten im März zusammen 1,3 Prozent weniger her als im Vormonat. Das ist der stärkste Rückgang seit August 2014. Ökonomen hatten lediglich ein Minus von 0,2 Prozent erwartet. Im gesamten ersten Quartal wurde die Produktion dagegen wegen des sehr guten Jahresauftakts um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal ausgeweitet.

„Das Quartal lief eigentlich schlechter, als es die Daten nahelegen“, sagt Andreas Scheuerle von der Dekabank. „Vermutlich werden wir ein schwaches Frühjahr bekommen.“ Auch Ralph Solveen von der Commerzbank rechnet mit einem schwächeren zweiten Quartal. Es ist damit zu rechnen, dass die Exporte im April und Mai in die USA und China weiter abnehmen könnten. Im ersten Quartal erreichten die Exporte der USA das tiefste Niveau seit Juni 2011. Die Importe fielen auf 217,1 Milliarden Dollar, den niedrigsten Wert seit Februar 2011. Und in China ist mit einer Zunahme der Pleiten um bis zu 20 Prozent zu rechnen. Die Gefahr von Zahlungsausfällen in Brasilien, China und Russland hat zugenommen.

„Trotz der enttäuschenden Industrieproduktion dürfte die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal ordentlich gewachsen sein“, sagt Carsten Brzeski von der ING. Doch unter der Oberfläche der starken Wachstumszahl entstehe ein beunruhigendes Bild. „Die Wirtschaft wird nicht mehr durch die alte Erfolgsformel angetrieben, sondern durch neue Faktoren: Konsum, Bau und Dienstleistungen“, so Brzeski. Diese Formel seit definitiv keine Garantie für nachhaltigen Erfolg.

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