Vorwurf der Nachrichten-Manipulation: Facebook unter Druck

Facebook gerät in den USA wegen Vorwürfen, seine Nachrichten-Inhalte zu Ungunsten konservativer Politiker zu manipulieren, zunehmend unter Druck. Der Handelsausschuss des Senats verlangt von Facebook Aufklärung darüber, wie seine Nachrichten-Trends zusammengestellt werden.

Mitarbeiter des Konzerns sollten sich darauf vorbereiten, den Ausschuss über die Zusammenstellung der Rubrik zu unterrichten, schrieb der Ausschussvorsitzende John Thune am Dienstag an Konzernchef Mark Zuckerberg.

Ausgelöst worden war der Wirbel um die „Trending Topics“ durch einen Bericht des Nachrichtenportals „Gizmodo“. Darin erhob ein anonymer Ex-Betreuer der Nachrichtentrends den Vorwurf, Artikel konservativer Medien sowie Stimmen aus dem konservativen politischen Lager würden bei Facebook gezielt unterdrückt.

Laut „Gizmodo“ sollen einzelne Facebook-Mitarbeiter dafür gesorgt haben, dass etwa der republikanische Präsidentschaftskandidat im Jahr 2012, Mitt Romney, oder die inzwischen ausgeschiedenen Präsidentschaftsbewerber für die diesjährige Wahl, Ted Cruz und Scott Walker, nicht in den „Trending Topics“ auftauchten.

Facebook wehrte sich gegen die Vorwürfe. Das Unternehmen habe „strenge Richtlinien“, um die Neutralität des Nachrichtenangebots zu sichern, erklärte der Facebook-Manager Tom Stocky, der für die „Trending Topics“ zuständig ist. Facebook sei „eine Plattform für Menschen und Perspektiven aus dem ganzen politischen Spektrum“.

Die Zusammensetzung der Rubrik werde durch Algorithmen bestimmt, deren Ergebnisse von einem Team überprüft, aber „nie manipuliert“ würden, führte Stocky aus. Bei der Überprüfung gehe es nur darum sicherzustellen, dass es sich bei den herausgefilterten Inhalten tatsächlich um Nachrichten handle.

Der republikanische Senator Thune schickte eine lange Liste von Fragen an Zuckerberg. In dem von „Gizmodo“ veröffentlichten Brief verlangt der republikanische Senator Auskunft darüber, ob Betreuer der „Trending Topics“ tatsächlich den Inhalt der Rubrik manipuliert hätten, indem sie konservative Inhalte unterdrückten und gezielt andere Inhalte einfließen ließen, die gar nicht den Status eines „Trends“ erreicht hätten.

Facebook ist eine der weltweit führenden Quellen für Nachrichteninhalte, insbesondere für jüngere Nutzer. Die englischsprachige Rubrik „Trending Topics“ soll einen Überblick darüber verschaffen, welche Inhalte die Facebook-Gemeinde gerade verstärkt interessieren. Eine deutsche Version der „Trending Topics“ existiert bislang nicht.

 

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *