China: Regierung plant milliardenschwere Wachstums-Initiative

Chinas Regierung hat will erneut das Wachstum im Land stützen. Milliarden sollen in Verkehrsprojekte fließen. Das ist die zweite staatliche Initiative in Bereich der Infrastruktur in diesem Jahr. Die Regierung rechnet mit einem Wachstum des BIP in Höhe von 6,7 Prozent.

China will binnen der kommenden drei Jahre umgerechnet 632 Milliarden Euro in sein Verkehrsnetz investieren. Geplant sei, 303 wichtige Projekte voranzutreiben, wie Schienen, Straßen, Wasserstraßen, Flughäfen und Stadtbahnen, hieß es in einem Bericht, den das Verkehrsministerium am Mittwochabend im Internet veröffentlichte. Die staatliche Planungs- und Reformkommission (NDRC) wolle vor allem die Hochgeschwindigkeitsstrecken und Städteverbindungen ausbauen, um so die Bedürfnisse der Wirtschaft zu decken, hieß es.

Bereits im ersten Quartal waren die Investitionen in die Infrastruktur um 20 Prozent in die Höhe geschnellt. Die höheren Staatsausgaben gelten als ein Grund dafür, dass sich die Wirtschaft des asiatischen Landes zuletzt wieder etwas stabilisiert hat. Allerdings schürt das bei Experten auch Sorgen, weil die Verschuldung steigt.

Chinas Wirtschaft wird ihr Wachstumstempo nach Einschätzung eines Forschungsinstituts im laufenden Quartal halten. Das Bruttoinlandsprodukt werde zwischen April und Juni wahrscheinlich um 6,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum zulegen und damit so stark wie zu Jahresanfang, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag unter Berufung auf das Staatliche Informationszentrum. Die Exporte dürften demnach um acht Prozent sinken und die Importe sogar um zehn Prozent. Die Überkapazitäten in der Industrie und das langsame Wachstum der privaten Investitionen seien große Herausforderungen für die Wirtschaft.
Im März konnte aber die Industrie des Landes ihre Gewinne steigern. Mit 561 Milliarden Yuan lagen sie um 11,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistikamt mitteilte. Umgerechnet sind das gut 76 Milliarden Euro. Im gesamten ersten Quartal lagen die Überschüsse um 7,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.
Für den Gewinnsprung sorgten vor allem Chemieunternehmen und die Nahrungsmittelindustrie. Dagegen brachen die Profite im Bergbau um 92,6 Prozent ein. Der Branche machen Überkapazitäten und weltweit gefallende Rohstoffpreise zu schaffen. Auch die Schwerindustrie sowie die Öl- und Gasprozenten mussten ein Minus hinnehmen.
Gleichzeitig stiegen auch die Verbindlichkeiten der Industriebetriebe – und zwar um 5,2 Prozent auf 55,22 Billionen Yuan. Die Regierung peilt für dieses Jahr ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zwischen 6,5 und 7,0 Prozent an. 2015 hatte es um 6,9 Prozent zugelegt.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Scheint die haben etwas entscheidendes begriffen.
    Geldschöpfung sollte zielgerichtet in Produktieve Projekte fliessen.
    Im sog. Westen fliesst die Geldschöpfung in erdrückendem
    Ausmass in die Schadensbegrenzung= Insolvenzverschleppung.