Schwellenländer ziehen Zementriese LafargeHolcim in die Krise

In den ersten drei Monaten des Jahres ist das operative Ergebnis des Zementkonzerns erheblich geschrumpft. Die wirtschaftliche Abkühlung in den Schwellenländern und der hohe Preisdruck wiegen schwer. Das Unternehmen sitzt zudem auf einem Schuldenberg. Ohne die geringeren Kosten durch den gesunkenen Ölpreis wäre das Ergebnis noch deutlich schlechter ausgefallen.

Der Schweizer Zementriese LafargeHolcim ist schwach ins neue Jahr gestartet. Im ersten Quartal 2016 kam es zu einem Ergebnisrückgang (adjustierter betrieblicher Ebitda) um 21,5 Prozent auf 824 Millionen Franken, wie LafargeHolcim mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 935 Millionen Franken gerechnet. „Uns ist bewusst, dass wir mehr tun müssen, um die Dynamik 2016 zu verstärken“, sagte Konzernchef Eric Olsen.

Obwohl der Ölpreis den Öl-importierenden Regionen etwas half, spürte LafargeHolcim die Auswirkungen des weltweiten wirtschaftlichen Abschwungs. Sowohl in den Schwellen- als auch in den Entwicklungsländern seien die Investitionen zurückgegangen. In allen Regionen, die das Zementunternehmen beliefert, außer in Nordamerika sei das gelieferte Zementvolumen zurückgegangen.

Darüber hinaus war die Verschuldung auf 18 Milliarden Franken gestiegen. Der Verkauf von Unternehmensanteilen soll im Laufe des Jahres die Verbindlichkeiten reduzieren. Der Schweizer Zementriese rechnet mit dem geplanten Verkauf von Geschäften in Indien im zweiten Halbjahr 2016. LafargeHolcim starte nun die zweite Bieterrunde, sagte Konzernchef Eric Olsen am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. Angesichts des starken Interesses sei der Konzern sehr zuversichtlich, einen Käufer zu finden.

„Das wird irgendwann im zweiten Halbjahr sein, hoffentlich schon im dritten Quartal.“ In einer Handvoll anderer Länder dürfte LafargeHolcim in den kommenden zwei oder drei Monaten ebenfalls Fortschritte bei den Verkaufsbemühungen machen. Insgesamt rechnet das Unternehmen 2016 mit Verkaufserlösen von 3,5 Milliarden Franken. 2017 will Olsen weitere Unternehmensteile veräußern, die seiner Einschätzung nach allerdings weniger einbringen dürften als im laufenden Jahr.

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