Tesla wird zur Gefahr für Audi, BMW und Mercedes

Bloomberg kommt in einer Analyse der deutschen Auto-Industrie zum Ergebnis, dass sich die deutschen Autohersteller nicht in Sicherheit wiegen dürfen. Eine Umfrage unter Tesla-Käufern hat ergeben, dass sie das neue Model 3 den deutschen Modellen vorziehen - weil es innovativer ist.

Mit dem neuen Modell 3 hat Tesla endgültig den Kampf um die Käufer von Luxusmarken aufgenommen. Binnen weniger Wochen gab es bereits 400.000 Vorbestellungen. Bis 2020 will Tesla eine Million Fahrzeuge seines neuen Modells 3 produzieren. Damit reagierte das US-Unternehmen auf die überraschend hohe Nachfrage schon in den ersten Wochen nach der Vorstellung des Autos. Wenn ein Hersteller den deutschen Luxusmarken Audi, Porsche, Mercedes sowie BMW zukünftig die Kunden abspenstig machen kann, dann ist es Tesla. Zu diesem Ergebnis kommt die Nachrichtenagentur Bloomberg in einer Analyse zur Zukunft des deutschen Automarktes.

Audi, BMW, Mercedes und Porsche hätten lange den weltweiten Markt der Luxusautos dominiert, so Bloomberg. Das habe Deutschland zur Heimat der profitabelsten Automarken der Branche gemacht. Aber Tesla Motors mit seinem Model 3 ist für die deutschen Automarken eine Gefahr, wie es Toyotas Lexus nie sein konnte. Das Modell konkurriere mit der 3er Serie von BMW und dem Audi A4.

Hintergrund für Bloombergs These ist eine aktuelle Umfrage unter Tesla-Käufern. Diese zeigt, dass Tesla-Käufer vor dem Kauf vor allem über den Kauf einer deutschen Luxusmarke nachgedacht haben. Demnach erwogen 30 Prozent, einen BMW zu kaufen, etwa 20 Prozent liebäugelten mit einem Audi bzw. einem Mercedes. 12 Prozent gaben an, auch an den Kauf eines Porsche gedacht zu haben. Amerikanische oder asiatische Marken wurden von den Tesla-Käufern nur selten als Alternative angegeben. Das zeige Bloomberg zufolge, dass Tesla eine wirkliche Alternative zu den deutschen Automarken geworden ist. Hier zeige sich die neue Konkurrenz der deutschen Autohersteller.

Die Gründe für diese Entwicklung sind deutlich. „Viele sehen in Tesla die Innovationskraft, die sie bei den deutschen (Autos) vermissen“, so Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Und im Gegensatz zu möglichen Autos aus den Reihen von Apple und Google kann Teslas Modell 3 höchstwahrscheinlich schon 2017 tatsächlich auf den Straßen gefahren werden.

Das ist sicherlich auch ein Grund, warum Porsche im Dezember angekündigt hatte, innerhalb der kommenden fünf Jahre seinen Mission E fertigzustellen. Ein schnellladendes, viertüriges Luxus-Sportauto. Audi kommt mit seinem E-tron Quattro SUV als Konkurrenz zu Teslas Modell C SUV und Mercedes plant vier E-Fahrzeuge. Aber „Tesla muss nicht immens viele Autos vom Modell 3 verkaufen, um den traditionellen Luxusmarken in Sachen Nachfrage und Profitabilität zu schaden“, so Bloomberg in seiner Analyse. „Grund dafür ist, dass die deutschen Hersteller, bis sie wirklich konkurrenzfähige Fahrzeuge haben, ihre Preise senken oder ihre Produktion verringern müssen, um keine Marktanteile an Tesla zu verlieren.“

Stuart Pearson von Exan BNP Paribas schätzt, dass die deutschen Hersteller deshalb ihre Preise vermutlich um bis zu 10 Prozent senken werden. Mit dem Model 3 will Tesla diejenigen ansprechen, „die bereit sind, etwa 40.000 Dollar für ein Auto zu bezahlen, und das ist die wichtigste Zielgruppe für BMW und Mercedes“, so Pearson. „Letztlich haben sie bis 2020 keine wirkliche Antwort auf Teslas Modell 3.“

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    INFOLGE DENKFAULHEIT muss man dazu sagen.
    DAZU gehören auch Google & Amazone – riesiges Geldvermögen für riesige Ideen!

  2. HBu sagt:

    Wer einmal in einem Tesla S gesessen hat, kann verstehen, warum sich die Deutschen Edelmarken fürchten müssen: Ein genial durchdachtes Auto mit zahlreichen sinnvollen Innovationen, die begeistern! Es ist beschämend, wie die europäische Autoindustrie die E-Auto-Entwicklung verschlafen hat (oder wollte?), 150 km Reichweite sind doch wirklich ein Witz und eher eine Abwehrmassnahme! Tesla zeigt, dass und wie es geht. Ich war bisher übrigens überzeugter Mercedes-Fahrer, ab August dann Tesla!

  3. FoCS sagt:

    Es gibt genügend E-Autos deutscher Hersteller im Angebot, nur kauft sie aus guten Gründen kaum einer.

    Mich würde mal interessieren, was die Amerikaner mit ihren E-Autos machen. Vielleicht kommt ja deren Begeisterung daher, dass sie mit ihrem Auto allenfalls bis zum nächsten McDonalds-Imbiss fahren müssen.

  4. Ich sagt:

    eine Firma die Ihre Mitarbeiter für 5 Dollar beschäftigt?

    • satori sagt:

      @Ich: Das ist falsch, Tesla zahlt 55 Dollar. Die Firma um dies sich hier handelt ist na, natürlich eine deutsche, die Firma Eisenmann AG, bekam einen Auftrag von Tesla eine neue Lackierfabrik zu errichten und gab das wiederum an einen Subunternehmer weiter und der zahlt die 5 Dollar.

      @FoCS: „Es gibt genügend E-Autos deutscher Hersteller im Angebot nur kauft sie aus guten Gründen kaum einer.“

      Du hast es erfasst, die deutscher Hersteller kauft keiner, und wenn du dich mit Tesla befasst dann weißt du auch warum, damit kommst überall hin, mit den E-Autos deutscher Hersteller reichts dann für eine Spritztour zu McDonald.