Arbeitsmarkt wankt: Schweizer Unternehmen erwarten Abschwung

Die Schweizer Unternehmen sind desillusioniert. Nur mehr knapp jeder fünfte Konzern erwartete für die kommenden sechs Monate eine Verbesserung der Weltwirtschaft. Im vergangenen Jahr gingen noch 80 Prozent von einer Verbesserung der globalen Wirtschaft aus.

„Die Führungskräfte haben ihre Wachstumseinschätzungen klar nach unten korrigiert“, sagt Ronald Sauser, Head M&A bei EY Schweiz. „Langsames wirtschaftliches Wachstum kombiniert mit zunehmend disruptiven Einflussfaktoren kann aber zu einem stärkeren Bedürfnis nach Transaktionen führen.“

Angesichts des Preisdrucks und des hohen Veränderungstempos reiche vielen Unternehmen organisches Wachstum nicht mehr aus. Neben Zukäufen seien aber auch eine verstärkte Allianzbildung und das Eingehen von Partnerschaften zu beobachten, so Sauser. Als größte Gefahr wird eine zunehmende politische Instabilität gesehen.

Entsprechend zurückhalten sind die Unternehmen in der Personalfrage. Nur etwa 26 Prozent planen im nächsten halben Jahr, neues Personal einzustellen. Im Herbst des vergangenen Jahres waren es noch 52 Prozent. Das wird große Auswirkungen auf den bereits angeschlagenen Arbeitsmarkt haben. Im ersten Quartal war die Erwerbslosenquote im Vergleich zum Vorjahr von 4,4 auf 5,1 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Wert seit sechs Jahren.

Besonders stark von den Turbulenzen am Arbeitsmarkt betroffen waren die Ausländer in der Schweiz. Während die Zahl der Erwerbslosen Schweizer um 12,1 Prozent auf 121.000 stieg, kletterte sie bei den Ausländern dem Bundesamt für Statistik zufolge um 17,6 Prozent auf 249.000.

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