Hyperloop: Ultraschnelles Reisen erstmals erfolgreich getestet

er Magnetschlitten Hyperloop One hat seinen ersten Praxistest bestanden. Die Zukunftsvision des US-Unternehmers Elon Musk will Passagiere künftig mit bis zu 1220 Stundenkilometern transportieren. Die Rohrpost von Stadt zu Stadt soll schon in wenigen Jahren Realität sein.

Reisen in einer rasenden Kapsel durch eine Röhre, mit einer Geschwindigkeit knapp unterhalb der Schallgrenze – diese Zukunftsvision hat der US-Unternehmer Elon Musk entworfen. Einen Vorgeschmack auf das futuristische Verkehrsmittel haben Entwickler des „Hyperloop“ bei einer Vorführung in der Wüste zu bieten versucht. Zu sehen war ein Gestell, das über ein kurzes Gleisstück sauste und eine große Sandwolke aufwirbelte.

Auch wenn die Zuschauer viel Vorstellungskraft brauchten, um aus der Vorführung im US-Bundesstaat Nevada die Vision der wie eine Rohrpost von Stadt zu Stadt schießenden Ultrageschwindigkeitskapsel abzuleiten – den ersten Praxistest hat das Projekt damit erfolgreich bestanden, so die AFP.

„Wir sind heute der Verwirklichung von Hyperloop einen Schritt näher gekommen“, sagte der Chef des Start-up-Unternehmens Hyperloop One, Rob Lloyd, vor dem eingeladenen Publikum.

Noch vor Ende des Jahres will das Unternehmen einen umfassenderen Test veranstalten, welcher der Science-Fiction-Vision Musks schon deutlich näher kommt. Dann soll es eine Röhre geben und auch eine Kapsel. Und die soll dann möglicherweise bereits jene Geschwindigkeiten erreichen, die den Verkehr der Zukunft revolutionieren sollen – bis zu 1220 Stundenkilometer.

Hyperloop One nennt diesen anvisierten Großtest ohne falsche Bescheidenheit den „Kitty-Hawk-Moment“ – unter Bezug auf den Ort an der US-Südostküste, wo den Gebrüdern Wright im Jahr 1903 der erste motorisierte Flug der Geschichte gelungen war.

Der Anfang der Revolution des Reisens, wie sie sich die Hyperloop-Entwickler vorstellen, besteht aus einem auf Gleisen befestigten Gestell, das durch Magnetkraft in Bewegung gesetzt wurde. Die magnetische Energie wird von sogenannten Statoren erzeugt, die am Anfang der Schienenstrecke aufgereiht sind.

Das Gestell soll später zum Gehäuse der Kapsel ausgebaut werden, wie der Mitbegründer von Hyperloop One, Brogan BamBrogan, erläuterte. Das Gefährt soll dann innerhalb weniger Sekunden auf rund 650 Stundenkilometer beschleunigen können.

Das Reisen im Hyperloop soll aber sanft sein. Die Passagiere würden die Beschleunigung nicht mehr spüren „als bei einem abhebenden Flugzeug“, sagte Bam Brogan. Unternehmenschef Lloyd erwartet, dass das neuartige Transportsystem bereits im Jahr 2019 zunächst Frachten transportieren wird, zwei Jahre danach Passagiere.

Der gebürtige Südafrikaner Musk hatte seine Vision des Hyperloop vor drei Jahren vorgestellt. Er ist durch seine hochambitionierten Projekte zu einem Guru der High-Tech-Welt geworden. Seine Tesla-Elektroautos gehören zu den innovativsten Fahrzeugen weltweit. Auch mit seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX, dem es gelungen ist, Trägerraketen und Transporter unbeschadet aus dem Weltall zurückkehren zu lassen, sorgt er für Furore.

Die Entwicklung von Hyperloop findet jedoch nicht unter Musks Regie statt. Er konzipierte das neue Verkehrssystem von Anfang an als „Crowdfunding“- und „Crowdsourcing“-Projekt, also als Vorhaben, dessen Geldmittel sowie Expertise aus den verschiedensten Quellen gespeist werden.

Als Folge konkurrieren derzeit zwei Start-ups um die Vorreiterrolle: Neben Hyperloop One, das bis vor kurzem noch Hyperloop Technologies hieß, gibt es auch noch Hyperloop Transportation Technologies, das aber bislang keine öffentliche Vorführung angekündigt hat.

Kommentare

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  1. Christian sagt:

    Diese Technik wurde vor Jahren bereits in dem Film Zeitgeist Addendum vorgestellt. In dem sogenannten Venus-Projekt.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Die Technische Umsetzbarkeit ist sicher gegeben.
    Die Notwendigen Technologien sind bekannt.
    Interessand ist der Umstand das das Ding in einem
    Vaquum fahren soll,Logo damit entfällt der Luftwiederstand,
    resp. der entsprechende Energieaufwand.
    Letztlich wird über eine Grossumsetzung jedoch,
    im Bereich Wirtschaftlichkeit entschieden.
    Ist das gegeben hat das Ding sicher eine gute
    Chance. Wenn nicht, wars das.
    Die schönsten Ideen taugen nix wenn die
    Wirtschaftlichen Aspekte nicht gegeben erreichbar sind.
    So zur Erinnerung der Transrapied, hier klaffen
    Aufwand und Nutzen erheblich auseinander.