Schweizer Crowdfunding-Business holt auf

Im vergangenen Jahr hat sich der Crowdfunding-Markt mehr als verdoppelt. Vor allem im Bereich des Crowdlending für KMU gab es einen starken Auftrieb.

In Höhe von 27,3 Millionen Franken wurden im vergangenen Jahr Gelder über Crowdfunding-Plattformen vermittelt. Damit stieg der Schweizer Crowdfunding-Markt im Vergleich zum Vorjahr um 73 Prozent an, wie der aktuelle Crowdfunding-Bericht der Hochschule Luzern zeigt. „Obschon im Vergleich etwa zu den USA oder Großbritannien das Volumen der vermittelten Geldbeträge nach wie vor klein ist, hat es sich in der Schweiz seit 2011 fast verneunfacht“, heißt es in dem Bericht.

31 aktive Plattformen hatten die Wissenschaftler ausgewertet. 2014 waren lediglich 15 Plattformen aktiv. Mittlerweile sollen es um die 40 sein. Besonders stark ist der Bereich des Crowdlending gewachsen, der vor allem KMU einen neuen Finanzierungsweg bieten kann. Der Crowdlending-Bereich wuchs um 127 Prozent. „Dieses starke Wachstum hängt vor allem mit dem Markteintritt von Plattformen zusammen, die nicht nur Privatpersonen, sondern auch KMU ermöglichen, via Crowdfunding an Kredite zu gelangen“, sagt Co-Studienleiter und Finanzprofessor Andreas Dietrich.

Crowdlending ist in Zeiten anhaltend hoher Anforderungen an Kreditnehmer eine immer wichtiger werdende Alternative. Nicht jede Bank nimmt die Plattformen bereits als zukünftige Konkurrenz wahr. Doch angesichts der anhaltenden Digitalisierung ist in den kommenden Jahren mit einem weiteren, starken Wachstum zu rechnen. Als erste Bank in der Schweiz bietet die Basellandschaftliche Kantonalbank eine eigene Crowdlending-Plattform an.

Crowdlending vermittelte im vergangenen Jahr international ein Kreditvolumen in Höhe von schätzungsweise 50 Billionen Dollar. In den kommenden vier Jahren soll sich das Volumen auf rund 490 Billionen Dollar ausweiten.

Ebenfalls im vergangenen Jahr sehr beliebt war das Crowdinvesting – und hier vor allem das Real-Estate-Crowdfunding. Das bietet die Möglichkeit, anteilsmäßiger Miteigentümer von Immobilien zu werden. „Sowohl beim KMU-Lending als auch beim Real Estate Crowdfunding fließen große Summen, was sich auf das gesamte Volumen ausgewirkt hat“, so Dietrich. Crowdsupporting/Crowddonating sei mit 12,3 Millionen Franken an vermittelten Geldern aber weiterhin die volumenmäßig bedeutendste Kategorie.

Die Digitalisierung spielt in der Schweizer Finanzbranche eine immer größere Rolle. Seit 2010 hat sich die Zahl sogenannter „FinTechs“ – also Firmen, welche Finanzdienstleistungen über digitale Kanäle wie Apps anbieten – von 24 auf 162 erhöht, wie eine Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug kürzlich deutlich machte.

Viele Firmen, die innovative Finanzdienstleistungen anbieten, sind in den vergangenen Jahren in der Schweiz entstanden. Dies geht aus einer kürzlich veröffentlichten Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug hervor. Hinter dieser Zahl stehen neu gegründete Start-ups ebenso wie Banken und Technologieunternehmen, die dem Trend zum digitalen Banking folgen.

Und ausgerechnet im Kanton Glarus im Glarnerland bei Linthal befindet sich eine Bitcoin-Mine, die nun ausgebaut werden soll. „Nun expandieren die bisherigen Betreiber dieser sogenannten Bitcoin-Mine“, berichtet die Handelszeitung. Die Firma CryptoCash wende sich nun gemeinsam mit Bitcoin Suisse AG der Bitcoin-Konkurrenz Ether zu, der Währung des Weltcomputers Ethereum.

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