Fiat unter Druck: Verkehrsministerium schaltet EU-Kommission ein

Wegen auffälliger Abgaswerte bei Modellen von Fiat schaltet das Bundesverkehrsministerium jetzt die italienischen Behörden für weitere Konsequenzen ein, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe Messergebnisse zu Fiat-Fahrzeugen den zuständigen italienischen Typzulassungsbehörden und der EU-Kommission übermittelt, sagte ein Ministeriumssprecher...

Wegen auffälliger Abgaswerte bei Modellen von Fiat schaltet das Bundesverkehrsministerium jetzt die italienischen Behörden für weitere Konsequenzen ein, meldet die Nachrichtenagentur dpa. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe Messergebnisse zu Fiat-Fahrzeugen den zuständigen italienischen Typzulassungsbehörden und der EU-Kommission übermittelt, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag. Die italienischen Behörden seien aufgefordert, die Ergebnisse zu bewerten und Maßnahmen zu ergreifen.

Konkret geht es um den Ende April bekannt gewordenen Verdacht, dass die Abgasreinigung bei einigen Fiat-Modellen nach einer bestimmten Zeit automatisch heruntergeregelt wird. Nach Informationen der «Bild am Sonntag» bestätigte sich in mehreren Prüfungen des KBA, dass dies jeweils nach 22 Minuten geschehe – Abgastests dauern im Schnitt 20 Minuten. Damit sei «ein hinreichender Nachweis einer unzulässigen Abschalteinrichtung» erbracht, heiße es in einem Bericht des KBA.

Im Streit mit Fiat wurden aus dem Bundesverkehrsministerium inzwischen Warnungen vor Konsequenzen laut. Einem Vorabbericht der Bild-Zeitung (Samstagausgabe) zufolge schließt das Ministerium nicht aus, dem italienischen Konzern bei einer bestätigten dauerhaften Missachtung von Abgaswerten den Autoverkauf in Deutschland zu untersagen. Im schlimmsten Fall drohe der „Verlust der Typenzulassungsgenehmigung“. Ähnlich äußerte sich der CDU-Verkehrsexperte Patrick Schnieder. „Wer sich weigert, bei uns saubere Autos zu verkaufen, verkauft bald gar keine Autos mehr in Deutschland“, sagte er dem Blatt.

Fiat sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, bei seinen Fahrzeugen Abgasvorschriften zu umgehen. Eine Untersuchungskommission des Ministeriums hat nach Angaben von Ressortchef Alexander Dobrindt Zweifel, ob bei dem Autobauer die Typgenehmigungsvorgaben eingehalten wurden. Zuletzt hatte Fiat kurzfristig einen Termin im Ministerium abgesagt und dies Dobrindt zufolge damit begründet, dass nur die italienischen Behörden in der Angelegenheit zuständig seien. Der Minister warf dem Unternehmen daraufhin ein „völlig unverständliches“ und unkooperatives Verhalten vor.

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