Bayer bietet 62 Milliarden für Monsanto

Bayer hofft beim US-Saatgutriesen Monsanto auf Gegenliebe für seine 62 Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte. Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer will die größte Übernahme in der Firmengeschichte ohne den Verkauf eigener Unternehmensteile stemmen. Solche «Portfolio-Maßnahmen» seien für die Finanzierung des 62 Milliarden US-Dollar (55,23 Mrd Euro) schweren Angebots für den amerikanischen Agrarchemie-Spezialisten Monsanto nicht geplant und notwendig, sagte Bayer-Chef Werner Baumann. Die Aktie sackte am Montag um bis zu 3,6 Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 86,30 Euro ab.

Mit dem am Morgen offiziell vorgestellten Übernahmeangebot würde Bayer zum weltweit größten Hersteller landwirtschaftlicher Chemie aufsteigen. Der Konzernumsatz würde so auf rund 60 Milliarden Euro (bisher: 46,3 Mrd) zulegen, die Zahl der Mitarbeiter auf fast 140 000 (bisher: knapp 117 000) klettern.

„Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit Monsanto“, sagte der neue Bayer-Chef Werner Baumann am Montagmorgen in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. „Wir sind vollkommen überzeugt von unserer Offerte.“ Bayer erwarte eine positive Antwort von Monsanto. Ob der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern gegebenenfalls auch eine feindliche Übernahme, gegen den Willen von Vorstand und Verwaltungsrat des Glyphosat-Herstellers, machen würde, kommentierte Baumann nicht. Die Übernahme sei komplett finanziert, Portfoliomaßnahmen wie etwa ein schnellerer Ausstieg bei der Kunststofftochter Covestro, seien dafür nicht nötig.

Am Donnerstag hatten die beiden Konzerne nach vorangegangenen Spekulationen Gespräche bestätigt. Zum aktuellen Angebot hat sich Monsanto bisher aber nicht geäußert. Bayer zeigte sich von der industriellen Logik der Übernahme überzeugt.

Die Offerte sei «sehr attraktiv», betonte Baumann. Man erwarte nun gespannt die Antwort der Monsanto-Führung. Der US-Konzern hatte in der vergangenen Woche von einem unaufgeforderten Angebot gesprochen. Der Hauptsitz des Bayer-Agrarchemie-Geschäfts soll in Monheim bleiben, das Saatgut-Geschäft in St. Louis (US-Bundesstaat Missouri) angesiedelt werden.

Kommentare

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  1. ReH sagt:

    Wenn ich so zurück schaue, haben ja die beiden schon immer „gute“ Geschäfte gemacht ? Das letzte „Qualitätsprodukt“ aus dieser Zeit hieß wohl „Agent Orange“ , ein chemischer Stoff für „moderne“ Kriegsführung. Wittert man den nächsten Krieg ?
    „Macht korrumpiert“ ist eine alte Weisheit und noch mehr Macht diktiert.
    ICH BIN DAGEGEN und ihr ?

  2. Stefan Bode sagt:

    Wenn da mal nicht das nächste deutsche Unternehmen bluten muss. Telekom und Daimler haben doch schon mehr als genug gezeigt wo das Enden kann, sich mit oder bei VS-amerikanischen Unternehmen zu engagieren. Vielleicht ist ein Short auf Bayer mal eine schöne Beimischung, wenn auch Sie sich verheben.

  3. Rudolf Steinmetz sagt:

    NACH ABZUG vorenthaltener Steuern wäre dieses Angebot NICHT MÖGLICH gewesen.