Hamburger Hafen: Containergeschäft bricht erneut ein

Der Hamburger Hafen sieht nach einem erneuten Rückgang im Containerverkehr einen Tiefpunkt erreicht, von dem es wieder aufwärts gehen soll. Der schwache Warenverkehr mit China und Russland sorgte zu Jahresbeginn noch dafür, dass mit 2,2 Millionen Standardcontainern (TEU) 3,4 Prozent weniger Stahlboxen an den Kaimauern bewegt wurden als vor Jahresfrist.

„Wir sehen für das erste Quartal aber bereits eine Stabilisierung eintreten und gehen davon aus, dass der Mengenrückgang im Containerverkehr mit China und Russland die Talsohle erreicht hat“, sagte Axel Mattern, Vorstand des Vereins Hafen Hamburg Marketing, am Montag. Im Gesamtjahr rechnet der Hafen damit, dass wie im vergangenen Jahr knapp neun Millionen Container umgeschlagen werden.

Die Hansestadt hatte wegen des rückläufigen Containerumschlags im vergangenen Jahr Marktanteile eingebüßt und an Boden zur Konkurrenz verloren. Der Hamburger Hafen fiel einen Platz auf Rang drei zurück. Größter Hafen an der Nordsee ist Rotterdam mit 12,2 Millionen Containern gefolgt von Antwerpen mit 9,6 Millionen. Deutschlands größter Hafen kam 2015 auf 8,8 Millionen Stahlboxen.

Seine Hoffnungen auf eine Erholung begründet der Marketingverein mit positiven Signalen aus der russischen Wirtschaft. Diese habe man vor einigen Wochen in Gesprächen mit Vertretern von Unternehmen und der Politik auf der größten russischen Logistikmesse TransRussia erhalten. Sollte sich Russland berappeln, gehen die Hamburger davon aus, dass auch die Transporte aus China dorthin wieder zunehmen werden. Deutschlands größter Seehafen ist eine wichtige Drehscheibe im Warenverkehr zwischen Asien und Osteuropa.

Hamburgs größter Hafenlogistikkonzern HHLA hatte bereits Anzeichen für eine Trendwende erkannt. Nach vier Quartalen mit Rückgängen im Containerumschlag sieht da Unternehmen einen Wendepunkt erreicht.

Im ersten Quartal verringerte sich der Umschlag von Massengütern im Hamburger Hafen, das sind vor allem von Kohle und Erz, um knapp zwei Prozent auf 11,5 Millionen Tonnen. Bei Stückgütern, zu denen auch Container zählen, belief sich das Minus auf rund drei Prozent auf gut 23,3 Millionen Tonnen. Insgesamt sank die über den Seeweg von und nach Hamburg transportierte Gütermenge um 2,5 Prozent auf knapp 35 Millionen Tonnen.

 

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