IWF fordert Schuldenschnitt für Griechenland

Ungeachtet der sich abzeichnenden Einigung über die nächste Milliardenhilfe für Griechenland beharrt der Internationale Währungsfonds (IWF) auf einer Schuldenerleichterung für das Krisenland, die zudem „an keine Bedingungen geknüpft“ sein dürfe.

In einem am Montag in Washington veröffentlichten Papier des IWF heißt es, die Schuldenerleichterung müsse nicht notwendigerweise an die Umsetzung der Reformen in Griechenland gekoppelt sein. Der Währungsfonds beteiligt sich bislang nicht finanziell an dem Hilfspaket für das hoch verschuldete Griechenland. Der IWF hat einen Schuldenschnitt zur Bedingung für seine Beteiligung gemacht. Die Bundesregierung sperrt sich gegen eine Schuldenerleichterung.

In der neuen Griechenland-Studie des IWF heißt es, das Land brauche einen tiefen Schuldenschnitt, der dem Land eine substanzielle Erleichterung bis ins Jahr 2040 verschaffe. Dies sei „essenziell, um ein starkes und glaubwürdiges Signal an die Märkte hinsichtlich des Engagements der institutionellen Gläubiger auszusenden“.

Bei den derzeitigen Verhandlungen mit Athen geht es um die Auszahlung einer Kredittranche von rund 5,4 Milliarden Euro aus dem Hilfsprogramm. Nachdem das griechische Parlament am Sonntag neue Sparmaßnahmen beschlossen hatte, sind die Chance auf Auszahlung dieser Tranche gestiegen. EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici sagte am Montag, mit dem nun vom Parlament in Athen gebilligten Sparpaket seien die „Voraussetzungen“ für eine Einigung beim Eurogruppen-Treffen am Dienstag gegeben.

Griechenland hängt seit Jahren am Tropf internationaler Geldgeber. Im vergangenen Sommer hatte Athen mit den Euro-Ländern ein drittes Hilfsprogramm von bis zu 86 Milliarden Euro vereinbart. Im Gegenzug muss Griechenland eine Reihe von Sparauflagen und Reformen erfüllen. Damals sagten die Gläubiger Athen aber auch Gespräche über Schuldenerleichterungen zu, wenn Schlüsselreformen umgesetzt sind.

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