Monsanto lehnt Übernahmeangebot von Bayer in bisheriger Form ab

Der US-Agrarkonzern Monsanto will mit Bayer über eine Übernahme sprechen, hält den angebotenen Preis aber für zu niedrig. Die von dem deutschen Konzern in Aussicht gestellten 55 Milliarden Euro würden dem Wert von Monsanto nicht gerecht, erklärte das US-Unternehmen am Dienstag. Es zeigte sich aber offen für weitere Gespräche. Ein Zusammengehen mit Bayer schloss es nicht prinzipiell aus.

Der Verwaltungsrat habe den vorliegenden Vorschlag von Bayer einmütig als „unvollständig und finanziell unzulänglich“ beurteilt, hieß es in einer Erklärung von Monsanto. Der Rat sei aber „offen für weitere konstruktive Gespräche um herauszufinden, ob eine Transaktion im Interesse der Anteilseigner von Monsanto möglich ist.“

Aus einer „integrierten Strategie“ der beiden Konzerne könnten sich „erhebliche Vorteile“ ergeben, erklärte Monsanto-Chef Hugh Grant. „Das aktuelle Angebot stellt aber eine beträchtliche Unterbewertung des Unternehmens dar“, kritisierte Grant.

Der Verwaltungsrat bemängelte, dass Bayer in seinem Angebot nicht überzeugend darlege, wie es den Kauf finanzieren wolle, hieß es in der Monsanto-Erklärung. Zudem habe Bayer nicht hinreichend aufgezeigt, wie es mit möglichen Einwänden der Kartellbehörden umgehen wolle.

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Baumann erklärte am Dienstagabend, die Unternehmensführung freue sich, „dass der Verwaltungsrat von Monsanto unsere Überzeugung von den erheblichen Vorteilen einer integrierten Strategie für Landwirte und die Gesellschaft insgesamt teilt“. Bayer sei „zuversichtlich, dass wir alle Fragen zur Finanzierung und zu regulatorischen Aspekten im Zusammenhang mit der Transaktion klären können. Es ist weiterhin unser Ziel, diese für beide Seiten überzeugende Transaktion gemeinsam zum Abschluss zu bringen.“

Bayer hatte am Montag erklärt, die Übernahme mit einer Kombination aus Fremd- und Eigenkapital finanzieren zu wollen. Der Konzern verspricht sich durch den Zukauf letztlich auch einen Gewinnschub von zuerst fünf und später zehn Prozent sowie Synergien von 1,5 Milliarden Dollar nach drei Jahren. Käme die Übernahme von Monsanto zustande, wäre sie der größte Zukauf eines deutschen Unternehmens im Ausland.

Monsanto ist unter anderem Hersteller des hoch umstrittenen Unkrautgifts Glyphosat. Der Konzern hatte zuletzt unter dem gefallenen Preis für Agrarprodukte zu leiden, der zu einem Rückgang der Bestellungen durch die Landwirtschaft führte. Er machte deshalb Abstriche an seiner Gewinnvorhersage für 2016.

Im vergangenen Jahr noch war Monsanto der Angreifer gewesen und hatte den Schweizer Konkurrenten Syngenta übernehmen wollen. Syngenta wehrte sich vehement. Jetzt wird der Schweizer Konzern mit seinem Einverständnis vom chinesischen Chemieriesen ChemChina gekauft.

 

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