Schweizer Digitalisierung braucht mehr Unterstützung

Die Schweiz gilt eigentlich als forschungsintensives Land mit vielen innovativen Start-ups. Doch die Infrastruktur des Landes und fehlende Förderungen dämmen den Erfolg der digitalen Schweizer Wirtschaft.

Gerade mit Blick auf die kommenden Jahre reichen die bestehenden Rahmenbedingungen nicht aus, um im internationalen Vergleich mithalten zu können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), die im Auftrag der Swisscom und des Finanzinfrastrukturunternehmens SIX durchgeführt wurde.

Während die Infrastruktur im ICT-Bereich durchaus konkurrenzfähig ist, lässt sie gerade bei der mobilen Internetnutzung mit dem Smartphone oder dem Tablet sehr zu wünschen übrig. Strenge Regelungen und hohe Kosten sind hier ausschlaggebend. So ist die Schweiz beispielsweise bei der Abdeckung mit Festnetz-Breitbandanschlüssen international die Nummer Eins, in „Singapur erhalten Internetnutzer im Durchschnitt jedoch 75 Prozent mehr Bandbreite als in der Schweiz“. Und Breitbandinternetnutzer über Mobile Systeme seien doppelt so häufig wie hierzulande.

Wie die aktuellen Daten des Statistikamtes zeigen, gab es beispielsweise 2014 101 Finanzierungsgesuche bei der Kommission für Technologie und Innovation (KTI) aus dem Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT). Lediglich 56 dieser Gesuche wurden gebilligt.

Ähnliches zeigt ein Blick auf die Start-up-Szene. Zwar sind die Schweizer Start-ups in der Regel erfolgreich, doch bessere Finanzierungsmöglichkeiten fehlen. „Nur acht Schweizer Unternehmen haben es unter die Top 5000 der am schnellsten wachsenden europäischen Unternehmen geschafft“, so die Studie. Um hier mehr zu erreichen, haben sich einige erfolgreiche Start-ups mittlerweile zu einem Verband zusammengetan: der Swiss Startup Association. Die Schweiz lag 2015 mit 4.300 Patentanmeldungen und einer Steigerung um 4,4 Prozent unter den Besten in Sachen Innovation. Die Schweiz führt vor Großbritannien, Schweden, den Niederlanden und den USA die Liste der fünf innovativsten Länder an, so der WIPO-Bericht.

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