Haus aus Altpapier

In Lausanne soll ein bewaldetes Hochhaus entstehen, der neben Wohnraum auch einen CO2-Filter bietet. Ein Schweizer konnte den Wettbewerb für sich gewinnen. Doch es gibt auch andere Methoden, umweltfreundlich und gesund zu bauen. Ecocell beispielsweise setzt auf Baumaterial aus Altpapier.

In Zeiten des Klimaschutzes und dem steigenden Nachhaltigkeits-Bewusstseins der Bevölkerung kommen auch Architektur- und Baubranche nicht darum herum, Alternativen zu entwickeln. In der Schweiz ist dies bereits angekommen. Zwei aktuelle Projekte sind dafür beispielhaft. Eines ist Ecocell – ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Uttwil. Das Unternehmen baut und betreut Immobilien, die mit dem hauseigenen Ecocell Bausystem gebaut wurden.

Für das Ecobausystem greift das Unternehmen „fast ausschließlich (auf) nachwachsende Rohstoffe wie Holz und Fasern sowie Rohpapier aus dem Recyclingkreislauf von Altpapier und Kartonagen“ zurück. Dafür lässt das Unternehmen unbehandelte Wabenplatten aus Wellkarton herstellen. Recyceltes Altpapier und Holz sind der Rohstoff für die Waben.

„Eine spezielle Zementbeschichtung der gesamten Waben-Oberfläche sorgt für sehr hohe Belastbarkeit und Brandschutz“, so das Unternehmen. Diese bildet dann den Kern des Bausystems. „Im Verbund mit einer Beplankung aus Holz oder einem anderen Werkstoff in Form eines Sandwichs (ein- oder mehrlagig) wird daraus das Ecocell® Bausystem.“

Für dieses innovative System wurde das Unternehmen 2016 mit dem GreenTec Award in der Kategorie Bauen ausgezeichnet. Die Betonwaben können extrem hohe Belastungen von bis zu 240 t/m² tragen.

Ebenfalls umweltbewusst und nachhaltig soll das Projekt „Tour des Cèdres“ in einem Vorort von Lausanne werden. Der Schweizer Stefan Boeri hat im vergangenen Jahr den Wettbewerb zum Projekt gewonnen. Boeri hat Erfahrung mit derartigen Projekten. 2014 konnte er mit Bosco Verticale zwei grüne Wohntürme in Mailand fertigstellen.

Bei dem neuen Projekt handelt es sich um ein Hochhaus, dass mit 100 Bäumen, 6.000 Sträuchern und 18.000 weiteren Pflanzen bepflanzt werden soll. Büros und Wohnungen sollen in dem 117 Meter hohen Haus entstehen. Das Hochhaus wird mit einem Selbstbewässerungssystem, das auf Regenwasser setzt, ausgestattet und professionelle Gärtner sollen sich um die Bäume kümmern. Als CO2-Filter sollen sie die Stadt-Luft reinigen und Sauerstoff produzieren.

Ende 2016 bzw. Anfang 2017 soll mit dem Bau des Hochhauses begonnen werden. Das Budget liegt derzeit bei 200 Millionen Franken. 36 Stockwerke sind geplant.

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