Schwere Unwetter legen Süddeutschland lahm

In Baden-Württemberg sind bei schweren Unwettern und Überschwemmungen mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, auch in Bayern richteten Unwetter große Schäden an. Der Neckar ist nicht passierbar, im Audi-Werk wurde die Produktion gestoppt.

Die Schifffahrt auf dem Neckar ist wegen des «katastrophalen Hochwassers» in den Nebenflüssen am Montag eingestellt worden. Die drei größten Zuflüsse Kocher, Enz und Jagst führten teilweise die drei- bis sechsfache Wassermenge, sagte ein Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamts in Stuttgart. Es herrschen hoher Wellengang und stellenweise gefährliche Strömungen an den Zuläufen, somit könnten auf dem Neckar wohl bis Mittwoch keine Schiffe durchfahren. Im Neckar selbst verteilt sich das Wasser und wird durch Wehre reguliert. Auf dem Rhein blieb die Wassermenge zunächst unter einem für Schiffe bedenklichen Wert.

Die starken Regenfälle haben in der Nacht auch Teile des Audi-Werks in Neckarsulm in Baden-Württemberg unter Wasser gesetzt. Die gesamte Produktion stehe still, sagte eine Audi-Sprecherin am Montag. Seit den frühen Morgenstunden pumpe die Werksfeuerwehr das Wasser ab. Wann die Produktion wieder aufgenommen werden könne, sei bislang noch unklar. Etwa 2700 Mitarbeiter konnten ihre Schicht am Morgen nicht antreten, sagte die Sprecherin. Bei Audi in Neckarsulm sind mehr als 16 000 Menschen beschäftigt. Das Werksgelände liegt direkt an einem Kanal neben dem Neckar, außerdem fließt das Flüsschen Sulm am Rande des Geländes.

Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Nachmittag vor Unwettern in ganz Niedersachsen. „Wo genau das kommen wird, lässt sich vorab schwer sagen“, sagte Diplom-Meteorologe Martin Jonas vom Deutschen Wetterdienst am Montag in Offenbach. So extrem wie am Sonntag in Süddeutschland werde es aber wohl nicht werden. Von der Warnung betroffen ist der ganze Norden Deutschlands. „Das Gewitterpotenzial ist überall das Gleiche“, sagte der Meteorologe.

„Dort hatten sich einzelne Gewitter zu großen Clustern zusammengeschlossen, das wird heute bisher nicht erwartet“, sagte Jonas. Punktuell seien aber Regenmengen von rund 30 Litern pro Quadratmeter, drei Zentimeter große Hagelkörner und Sturmböen bis Stärke zehn möglich. „Die Energie in der Atmosphäre ist heute aber geringer als gestern.“

 

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