Wettbewerbsfähigkeit: Deutschland nicht mehr unter Top 10

Während Deutschland 2014 noch zu den sechs wettbewerbsfähigsten Ländern weltweit gehörte, wurde es im vergangenen Jahr aus der Liste der Top-10 verdrängt. „Die größte Gefahr für Deutschland ist Selbstzufriedenheit“, sagte Arturo Bris von der Schweizer Business School IMD.

Der Standort Deutschland gehört einer Studie zufolge nicht mehr zu den zehn wettbewerbsfähigsten der Welt. In der Rangliste der Schweizer Business School IMD rutschte er vom zehnten auf den zwölften Platz ab. „Dafür sorgten vor allem eine schlechtere Bewertung der Regierung und der Wirtschaftsleistung“, sagte IMD-Direktor Arturo Bris.

Spitzenreiter der 61 untersuchten Länder ist diesmal Hongkong – vor allem wegen der niedrigen, einfachen Besteuerung und kaum vorhandenen Behinderungen beim Kapitalverkehr. Platz zwei belegt die Schweiz, deren Fokus auf qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen sich hier auszahlt. Auf dem dritten Rang finden sich die USA wieder, die in den vergangenen drei Jahren noch den Spitzenplatz belegten. „Die USA verfügen immer noch über die beste wirtschaftliche Leistung der Welt“, sagte Bris.

Das Wachstumstempo der deutschen Wirtschaft wird sich dem DIW-Institut zufolge im laufenden Quartal mehr als halbieren. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte zwischen April und Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal zulegen, so das Deutsche Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Zu Jahresanfang hatte es mit 0,7 Prozent nach das größte Plus seit zwei Jahren gegeben. Dank der anziehenden Beschäftigung und steigender Löhne dürfte der private Verbrauch weiter spürbar zunehmen. „Allerdings werden die Konsumzuwächse etwas geringer ausfallen als in den vergangenen beiden Jahren, unter anderem weil die Energiepreise wieder anziehen und die Zusatzimpulse der Migration nachlassen“, erklärten die Forscher. Die Auslandsnachfrage lege leicht zu. Außerdem kämen derzeit deutlich weniger Flüchtlinge nach Deutschland als noch in der zweiten Jahreshälfte 2015. „Somit werden durch die Migration nur noch geringe zusätzliche Nachfrageimpulse kommen“, sagte Simon Junker vom DIW.

Zwar habe der Export zuletzt Fahrt aufgenommen, die Aussichten der Firmen blieben aber verhalten. Vor allem aber werde die deutsche Industrie das bisherige Tempo nicht halten können. Die schwachen Investitionen und die anhaltende Verlangsamung der Wirtschaft im Euroraum und in China dürften eher zu einer Verringerung der Produktion führen. Zumal weiterhin auf das Referendum in Großbritannien geschaut werde. Die Einzelhändler hatten im April den zweiten Monat in Folge mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Preisbereinigt fielen die Umsätze um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Aus dem Volk der DICHTER & DENKER
    wurde das der JOBBER & BÄNKER.
    Z.B. SIEMENS – die heimliche Spielregel des Konzerns: „Der KAPITALERTRAG ist immer höher als der OPERATIVE GEWINN.
    D.h. die Ingenieure sind die KAMELE auf denen die KAUFLEUTE reiten.
    WAS soll da noch bei rauskommen?