Fall Kuka: Bundesregierung sucht alternativen Investor

Ein chinesischer Investor beim führenden Roboterbauer Kuka ist bei der Bundesregierung offenbar unerwünscht. Sie befürchtet ein Abfließen deutscher Technologie ins Ausland. Eine Allianz deutscher oder europäischer Unternehmer soll das verhindern.

Die Bundesregierung sucht einem Medienbericht zufolge nach Investoren für die Roboterfirma Kuka. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wolle dazu eine Allianz deutscher oder europäischer Unternehmen schmieden, die anstelle des chinesischen Midea-Konzerns die Vorzeigefirma kaufe, berichtet die Süddeutsche Zeitung vorab unter Berufung auf Regierungs- und Industriekreise.

Er habe dazu auch deutsche Autobauer um Hilfe gebeten. Unklar sei allerdings, wer die Führung in einem solchen Konsortium übernimmt. Siemens habe abgewunken. Auch die deutschen Autobauer zögerten, weil sie einen immer größeren Teil ihrer Autos in China absetzen und sich ungern politischen Ärger in der Volksrepublik einfangen wollen, so Reuters. Als Kandidat werde auch der Schweizer ABB-Konzern genannt, der ebenfalls Roboter herstellt.

Gabriel hatte am Dienstag gesagt, er würde sich für Kuka ein deutsches oder europäisches Alternativangebot zu der chinesischen Offerte wünschen. Schließlich sei Kuka einer der Know-how-Träger für die Modernisierung der deutschen Wirtschaft.

Midea hatte vor wenigen Tagen angekündigt, seinen Anteil an Kuka von 13,5 Prozent auf mindestens 30 Prozent aufstocken zu wollen. Das Kabinett habe sich mit dem Fall nicht beschäftigt, er selbst habe darüber mit dem Kanzleramt gesprochen. „Natürlich können sie sich vorstellen, dass wir in den letzten Tagen und Wochen eine Reihe von Gesprächen geführt haben, um all solche Möglichkeiten zu befördern“, ergänzte Gabriel, ohne seine Gesprächspartner zu benennen.

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