Vor EM-Start: Frankreichs Gewerkschaft droht mit Flug-Streik

In Frankreich hat die Gewerkschaft SPAF für Ende nächster Woche Piloten-Streiks bei Air France angekündigt. Damit steigt das Risiko von Unterbrechungen im Flugverkehr bei der Fußball-Europameisterschaft, die am 10. Juni in Paris beginnt.

Die SPAF-Spitze vertritt rund 25 Prozent der Air-France-Piloten und stellte am Mittwoch einen Ausstand über zwei bis vier Tage in Aussicht. Man werde sich mit der größten Piloten-Gewerkschaft SNPL abstimmen. Diese hatte ebenfalls einen Streik angekündigt, aber noch keinen Zeitpunkt genannt. Der Protest richtet sich gegen das Gehaltssystem bei der Airline.

In Frankreich gibt es derzeit eine Welle von Protesten gegen die geplanten Arbeitsmarktreformen der Regierung. So rief die Gewerkschaft CGT ihre Mitglieder im Energiesektor zur Abstimmung über Streiks auf. Mit Arbeitsniederlegungen solle die Stromerzeugung gebremst werden – in verschiedenen Kraftwerken und Atomanlagen.

Streikende Bahnarbeiter legten derweil große Teile des Zugverkehrs lahm. Die Ausstände richten sich hier gegen eine Ausweitung von Arbeitszeiten im Rahmen einer geplanten Umorganisation der defizitären Staatsbahn SNCF, die sich ab 2020 auf private Konkurrenz im Personenverkehr einstellen muss.

Gewerkschaften haben dabei auch Treibstofflager und Raffinerien blockiert. Die Regierung will unter anderem betriebsbedingte Kündigungen erleichtern und so die Hürde für Neueinstellungen senken, um die hohe Arbeitslosigkeit zu drücken. Während die gemäßigte Gewerkschaft CFDT die Pläne unter Verweis auf Vorteile auch für Arbeitnehmer unterstützt, geht die radikalere CGT dagegen auf die Barrikaden. Wie auch die kleinere Gewerkschaft FO drohte sie, die Streiks auf die am 10. Juni beginnende Fußball-Europameisterschaft auszudehnen.

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