Verkehr der Zukunft: Chinesischer Bus fährt auf Stelzen über den Autos

China will mit einem schwebenden Bus mehr Platz auf den Straßen schaffen. Riesige Elektrobusse sollen künftig wie auf Stelzen über die Autos hinwegfahren. Die Verlagerung der Busse auf eine höhere Ebene soll das Verkehrsproblem in den Megastädten lösen und die CO2-Emissionen beträchtlich senken.

Das sogenannte Transit Elevated Bus Konzept, kurz TEB, soll vor allem das wachsende Stauproblem in den Megastädten lösen: Statt eine weitere Spur neben oder unter der Fahrbahn zu schaffen, wird der öffentliche Verkehr auf zwei schmalen Schienen links und rechts neben der Fahrbahn auf eine höhere Ebene verlagert. Die Autos fahren ungestört unter dem Bus hindurch – dadurch spart das System Platz. Auch finanziell ist der TEB dadurch im Vorteil, etwa im Vergleich zu einer U-Bahn: Der teure und zeitaufwendige Tunnelbau fällt weg, sodass ein TEB-System für rund ein Fünftel der Kosten ein komplettes U-Bahn System ersetzen könnte, so die Entwickler.

Der TEB-Bus ist auch ein Baustein in Chinas jüngst aufgenommenen Kampf gegen die extreme Luftverschmutzung in den Städten: Das Fahrzeug wird komplett elektrisch angetrieben, bietet Platz für bis zu 1200 Passagiere und ersetzt damit rund 40 normale Stadtbusse. Ein einzelner TEB-Bus könnte damit rund 2500 Tonnen an CO2-Emissionen im Jahr einsparen.

Ein ähnliches Konzept wurde mit dem Landliner bereits in den Sechzigern von US-Architekten angedacht. Erst die rapide Verschlechterung der Verkehrssituation in China hat jedoch offenbar nun die nötige Dringlichkeit geboten, um das Projekt tatsächlich umzusetzen: Ein Prototyp des auf der diesjährigen Peking International High-Tech Expo vorgestellten Modells soll bereits im Sommer 2016 in der chinesischen Stadt Qinhuangdao in Betrieb gehen.

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  1. Hans von Atzigen sagt:

    Interessant ist die Idee allemal.
    Das herausragende Merkmal ist der vergleichsweise
    kleine Aufwand in die Infrastruktur.
    Vielerortes ist jedoch ein grosses Problem die
    gewachsene übrige Infrastruktur.
    Das notwendige Lichtraumprofil passt da noch lange
    nicht überal in die gewachsene Infrastruktur,
    Stichworte: Brücken, Unterführungen, Tunnel.
    So allgemein beginnt insbesondere in grossen
    dicht besiedelten Regionen ein weiteres Faktum zu
    wirken die Infrastrukturkosten je Kopf Bevölkerung
    wachsen ins Uferlose. Letztlich wird die oft Beeindrukende
    Infrastruktur unsinnig wenn sich die Menschen
    diese Infrastruktur letztlich nicht mehr leisten können.