Umkämpfter Automarkt: Toyota erwägt Kauf von Boston Dynamics

Kaum etwas mehr als zwei Jahr hat Google nun den Roboterhersteller Boston Dynamics in seinem Portfolio. Zu Beginn des Jahres gab es bereits erste Gerüchte, dass der Konzern sich von Boston Dynamics trennen will. Toyota soll Berichten zufolge an dem Unternehmen interessiert sein. Die einzigartige Technologie könnte helfen, sich am wandelnden Automarkt zu halten.

Die fortschreitende Digitalisierung fordert den klassischen Autoherstellern angesichts der Konkurrenz von IT-Unternehmen und neuen Herstellern wie Tesla aus den USA und LeEco aus China einiges ab. Vermehrt setzen die Autohersteller deshalb auf Kooperationen mit Start-ups und IT-Firmen bzw. kaufen diese ein. Toyota beispielsweise interessiert sich für den Roboter-Entwickler Boston Dynamics.

Seit Ende 2013 befindet sich das Unternehmen in der Hand von Googles Mutterkonzern Alphabet. Bekannt geworden war es zuvor mit spektakulären Robotern, die unter anderem für das US-Militär entwickelt wurden. Im März gab es erste Gerüchte, dass Boston Dynamics abgestoßen werden soll. Wie der Tech Insider von einer mit dem Vorgang vertrauten Person erfahren haben will, befindet sich das Toyota Research Institute bereits in Gesprächen mit Alphabet. Zwar sei der Deal noch nicht fertig, „aber die Tinte sei fast trocken“, wird die Quelle zitiert.

Im November des vergangenen Jahres wurde das Toyota Research Institute ins Leben gerufen. Ziel sei es, Forschungen zur Künstlichen Intelligenz und Robotertechnik durchzuführen. Es gibt bereits erste Verbindungen zwischen Toyota und Boston Dynamics. Gill Pratt vom Toyota Research Institute beispielsweise arbeitete mit einem der Gründer zusammen. Außerdem wechselte James Kuffner (Google) und Joseph Bondarky (Boston Dynamics) im Januar zum Toyota Research Institut. Eine Milliarde Dolllar hat Toyota zunächst einmal für die kommenden fünf Jahre für das Institut zur Verfügung gestellt.

Google hatte vor einigen Jahren ein ambitioniertes Roboter-Programm gestartet und dafür eine Reihe von Unternehmen zusammengekauft. Die treibende Kraft war Andy Rubin, federführender Entwickler und langjähriger Chef des Mobil-Betriebssystems Android, der im Roboter-Projekt eine neue große Aufgabe gefunden hatte. Im Herbst 2014 verließ Rubin aber Google und wurde Internet-Investor.

Das Roboter-Programm mit dem internen Namen „Replicant“ – wie die Bioroboter im Film „Blade Runner“ – soll danach laut Medienberichten von Führungswechseln zurückgeworfen worden sein. Im Dezember sei es ins Entwicklungslabor Google X eingefügt worden – bis auf Boston Dynamics, das zum Verkauf gestellt worden sei, berichtete Bloomberg.

Laut Protokollen eines Treffens von November, die bei Google auf einer internen Seite veröffentlicht worden seien, wurde Boston Dynamics eine mangelnde Kooperationsbereitschaft mit anderen Bereichen des Konzerns vorgeworfen. Nach dem jüngsten Video warnte die Sprecherin von Google X demnach auch, im Internet gebe es negative Kommentare, dass die humanoiden Roboter beängstigend seien und die Jobs von Menschen übernehmen könnten. „Wir werden dieses Video nicht kommentieren, weil wir dem nicht viel hinzufügen können und die meisten Fragen, die es aufwirft, nicht beantworten wollen“, schrieb sie Bloomberg zufolge.

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