Demografischer Wandel birgt Wachstumschancen für den Mittelstand

Die zunehmende Alterung der Gesellschaft entwickelt sich einer Studie zufolge zur Wachstumsstütze des deutschen Mittelstands. Die kleinen und mittleren Unternehmen erwarten durch den demografischen Wandel ein jährliches Umsatzplus von 24 Milliarden Euro.

„In der Diskussion um den demografischen Wandel stehen vielfach Schwierigkeiten wie Nachfolgeprobleme oder Fachkräfteengpässe im Mittelpunkt, doch das greift zu kurz“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Die Entwicklung bietet auch Wachstumschancen für viele mittelständische Unternehmen, so das Ergebnis der neuen KfW-Studie.

Tatsächlich komme es zu Verschiebungen beim Konsum: Ältere Haushalte geben mehr Geld für Gesundheit und Wohnen aus, aber weniger für Bekleidung und Mobilität. Zugleich steige der Bevölkerungsanteil Älterer Jahr für Jahr. Sie seien zudem kaufkräftiger als frühere Generationen. „So ist der Anstieg der privaten Konsumausgaben während der letzten zehn Jahre fast vollständig auf die älteren Haushalte zurückzuführen“, so die Studie.

Jedes fünfte Unternehmen rechne demnach angesichts des Wandels mit Umsatzsteigerungen, nur jedes zehnte mit Einbußen. Während in der Industrie die Pessimisten überwiegen, ist die Zuversicht bei den Dienstleistern besonders groß. Die Unternehmen, die mit sinkender Nachfrage nach ihren Produkten und Dienstleistungen rechnen, müssten rasch handeln, rät die Förderbank.

Seien Kunden und Umsatz erst einmal verloren, sei der Rückstand schwer wettzumachen. Schon heute gingen immerhin 20 Prozent des Investitionswachstums im Mittelstand auf Anpassungen an den demografiebedingt veränderten Konsum zurück. „Die demografische Entwicklung setzt aktuell Investitionsimpulse von fast drei Milliarden Euro jährlich“, sagte Zeuner:

„Die spezifische Konsumstruktur älterer Haushalte bekommt gesamtwirtschaftlich mehr und mehr Gewicht. Im Zuge der Bevölkerungsalterung steigt schon seit Jahren der Anteil Älterer. Die Alterung wird sich in Kürze merklich beschleunigen, denn die ca. 20 Mio. Baby-Boomer erreichen im Lauf der kommenden 15–20 Jahre das Ruhestandsalter. Aktuell haben 36 % der Privathaushalte einen mindestens 60 Jahre alten Haushaltsvorstand, im Jahr 2030 werden es ca. 44 % sein.“

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