Umfrage: Europaweite Kritik gegenüber der EU wächst

Kurz vor dem Brexit-Referendum in Großbritannien dokumentiert eine internationale Umfrage eine zunehmend EU-kritische Stimmung auch in anderen europäischen Staaten. In Deutschland ist jeder zweite nicht mehr gut auf die EU zu sprechen. In Frankreich ist die Stimmung noch schlechter.

In der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des in Washington ansässigen Pew Research Center äußerten beispielsweise nur noch 50 Prozent der befragten Deutschen eine positive Meinung von der EU, das waren acht Prozentpunkte weniger als noch im Vorjahr. Das Institut befragte für die Erhebung Bürger in insgesamt zehn EU-Staaten.

In Frankreich sank die Zustimmung zur EU binnen Jahresfrist sogar um 17 Punkte auf 38 Prozent. Nur im krisengeplagten Griechenland lag der Zustimmungswert mit 27 Prozent noch niedriger. Höheres Ansehen genießt die Union bei den neuen Mitgliedern in Osteuropa: In Polen äußerten 72 Prozent eine positive Meinung, in Ungarn 61 Prozent.

In Großbritannien, wo die Bürger Ende Juni über einen Verbleib in der EU abstimmen, äußerten sich in der Pew-Befragung 48 Prozent negativ über die Union und 44 Prozent positiv.

Für den Ansehensverlust sind offenbar die Unzufriedenheit über den Umgang mit der Flüchtlingskrise und mit der Wirtschafts- und Währungskrise verantwortlich. Unzufrieden mit der EU-Wirtschaftspolitik zeigten sich 65 Prozent der Spanier, 66 Prozent der Franzosen, 68 Prozent der Italiener und 92 Prozent der Griechen. In Deutschland äußerten nur 38 Prozent ihr Missfallen.

Nicht einverstanden mit dem EU-Krisenmanagement angesichts des Flüchtlingszuzugs zeigten sich 67 Prozent der befragten Deutschen, 77 Prozent der Italiener, 88 Prozent der Schweden und 94 Prozent der Griechen. Den zehn Ländern, in denen die Befragung stattfand, war gemein, dass sich jüngere und eher linksorientierte Befragte tendenziell positiver über die EU äußerten als ältere und rechtsorientierte.

Kommentare

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  1. Mazi sagt:

    Nachdem die Luxemburger Juncker aus dem Amt jagten und die EU-Abgeordmeten ihn zu ihrem Präsidenten kürten,wundert sich doch niemand vor diesen Umfrageergebnissen,

    Wenn sich dennoch jemand verwundert zeigt, dann davor, dass dies solange dauerte.

    Aber sind wir ehrlich!

    Wir brauchen eine EU heute mehr denn je. Was wir nicht brauchen, sind diese Typen. Erfahrungsgemäß neigen alle Systeme zu diesem Ergebnis, wenn die „Sauberkeit“ der Abgeordneten nicht überwacht wird.

    Nochmals zugegeben: Wir brauchen keine Überwachung der Abgeordneten. Wenn wir aber auf die Überwachung der Abgeordneten verzichten, dann muss auf der Gegenseite bei Verstößen aber härter durchgegriffen werden.

    Schauen Sie sich die deutsche Justiz an. Da ist es nicht anders. Solange der „Spruch: Unabhängigkeit der Justiz“ jedes Fehlverhalten der Richter legitimiert, dürfen wir nicht Gerechtigkeit von den Richtern erwarten.

    Erinnern wir uns an den Fall Mollath und die Tatsache wie die Jusitz mit ihm umgesprungen ist und nichts hat sich geändert.

  2. Kulleraugen sagt:

    die EU wird nicht drum herum kommen für die Reichen einen Krieg an zu Zetteln