Österreichische Nationalbank senkt ihren Ausblick

Für die kommenden zwei Jahre wird das BIP in Österreich deutlich geringer wachsen, als es die Österreichische Nationalbank zuletzt prognostizierte. Die Zentralbank erwartet außerdem einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen bis 2017.

Die Österreichische Notenbank sieht die heimischen Konjunkturperspektiven inzwischen pessimistischer. Für 2016 senkte sie ihre Wachstumsprognose auf 1,6. Im Dezember war sie noch von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,9 Prozent ausgegangen. Für 2017 wurde die Erwartung auf 1,5 (zuvor 1,8) Prozent nach unten revidiert. Erst 2018 erwartet die OENB auch ein beschleunigtes Wachstum der Weltwirtschaft.

Nichtsdestotrotz liegt die Prognose deutlich über den Wachstumszahlen der vergangenen vier Jahre: Diese lagen unter einem Prozent. „Die Wachstumsbeschleunigung wird insbesondere von zwei inländischen Sonderfaktoren getrieben, dem Inkrafttreten der Einkommensteuerreform im Januar 2016 sowie den annahmegemäß defizitfinanzierten Ausgaben für Asylwerbende und anerkannte Flüchtlinge“, so die Nationalbank in ihrem aktuellen Konjunkturbericht. Die österreichischen Exporte und Importe sollen bis 2018 auf 4,2 und 4,5 Prozent steigen.

Einen Konjunkturschub wird nun nach Einschätzung der OENB die zu Jahresanfang in Kraft getretene Einkommensteuerreform sowie die staatlichen Ausgaben für Flüchtlinge bringen. Zudem werde die niedrige Inflation dazu beitragen, dass die verfügbaren Haushaltseinkommen deutlich wachsen. Dies werde zu einem Anstieg des privaten Konsums und der Sparquote führen.

Negative Auswirkungen sind vor allem auf dem Arbeitsmarkt zu spüren. Derzeit wird die Arbeitslosenquote gemäß der Eurostat-Berechnungen noch in diesem Jahr auf 6,0 Prozent ansteigen und erst im kommenden Jahr mit 6,1 das bisher höchste Niveau erreichen. Erst 2018 ist hier mit einer Abschwächung zu rechnen.

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