Niedrige Zinsen führen zu Hotel-Boom in Zürich

Die Suche nach geeigneten Renditeobjekten führt immer mehr Investoren nach Zürich. Im Gegensatz zu vielen Regionen in der Schweiz boomt hier der Tourismus, immer mehr Investoren setzen auf Hotels als Anlagemöglichkeiten.

In Sachen Tourismus ist die Schweiz zurzeit ein geteiltes Land. Im April dieses Jahres lag die Nettozimmerauslastung in der Schweiz bei 46 Prozent. Im März und Februar bei knapp über 50 Prozent und in der Hochsaison sind es im Schnitt 60 Prozent. Während ländliche Regionen mit sinkenden Touristenzahlen zu kämpfen haben, stehen die Städte hoch im Kurs. Das hat das Interesse internationaler Investoren geweckt. In Zeiten niedriger Zinsen scheint gerade Zürich immer mehr Investoren anzuziehen. Da es bei den Bürogebäuden in Zürich bereits ein Überangebot gibt, stehen Stadthotels im Fokus. Vor allem groß müssen sie sein.

Nach vier Neueröffnungen im Jahr 2014 wurden im vergangenen Jahr drei neue Hotels in Zürich eröffnet. Eins davon war beispielsweise das Kameha Grand Zürich mit 245 Zimmern. In diesem Jahr wurde bereits das Hilton Garden Inn in Spreitenbach eröffnet. Für 2017 ist die Eröffnung eines Motel One mit 380 Hotelzimmern und des 25hours Hotel Europaallee (170 Zimmer) geplant. Für 2018 ist The Circle geplant (550 Zimmer) und das A-Ja City Resort (320 Zimmer). Ende 2019 soll das Hyatt Regency eröffnen.

Doch nicht nur der Bau neuer Hotels ist für Investoren interessant. Im April dieses Jahres beispielsweise kaufte der chinesische Investor HNA die Hotelkette Carlson Hotels. Zu den Hotels der Kette gehören unter anderem die Marken Radisson Blu, Park Plaza und Park Inn. In der zweiten Jahreshälfte wollen die Behörden über den Zusammenschluss entscheiden.

„Die Logiernächte in den Städten konnten in den letzten 10 Jahren kumuliert mit zweistelligen Wachstumsraten ansteigen“, zeigen die Daten des Hotelverbandes Hotellerie Suisse. Basel Region und Zürich Region konnten die meisten Übernachtungen anziehen. Hier gab es zwischen 2005 und 2015 ein Wachstum zwischen 30 und 35 Prozent. In den ländlichen Regionen nahm die Zahl der Übernachtungen hingegen ab. „Dies war vor allem dem Geschäftstourismus, der sich robuster gegenüber Konjunktur und Wechselkursschwankungen zeigt, zu verdanken“, so der Verband.

Zürich verzeichnete 2014 über 2.92 Millionen Hotel-Übernachtungen in der Stadt Zürich (+3.0 Prozent gegenüber 2013) und knapp 1.1 Millionen am Flughafen Zürich (+3.6 Prozent gegenüber 2013). Fast 80 Prozent der übernachtenden Gäste reisen aus dem Ausland nach Zürich an, nur knapp ein Fünftel sind Schweizer. Ein Hotelgast gibt durchschnittlich in Zürich täglich 207 Franken inklusive Übernachtung aus. Insgesamt ergibt sich aufgrund der vielen Touristen in der Stadt Zürich eine touristische Nachfrage von über 2.4 Milliarden Franken Umsatz

„Die Logiernächte-Zahlen der Vereinigten Staaten steigen seit 2012 wieder kontinuierlich an, während russische Gäste durch den abgewerteten Rubel seit 2014 stark zurückgingen“, so der Hotelverband. Die Zahl chinesischer Touristen habe sich seit 2008 mehr als verfünffacht. „Im gleichen Zeitraum hat sich die Zahl der Gäste aus den Golfstaaten und Indien ungefähr verdoppelt.“

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