Kinder-Ferienarbeit: Wo liegen die Grenzen

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Schüler wollen sich in der unterrichtsfreien Zeit den einen oder anderen Euro hinzuverdienen. Doch auch für kurze Ferienjobs gelten Regeln, die sowohl von Arbeitgebern als auch den Eltern eingehalten werden müssen. Denn Ferien gelten in erster Linie der Erholung

Ab welchem Alter dürfen Schüler arbeiten?

Kinderarbeit ist in Deutschland unter Auflagen frühestens ab 13 Jahren erlaubt, wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erklärt: Wenn Eltern zustimmen, darf ab dann täglich bis zu zwei Stunden gearbeitet werden – im familieneigenen Landwirtschaftsbetrieb bis zu drei Stunden. Erlaubt sind aber nur „leichte“ Tätigkeiten wie Zeitungen austragen oder Gartenarbeit. Zudem darf die Arbeitszeit nur zwischen acht und 18 Uhr liegen.

Welche Tätigkeiten dürfen Schüler verrichten?

Das hängt vom Alter ab. Wer zwischen 15 und 17 ist, gilt als Jugendlicher und muss mit weniger Einschränkungen rechen. „Aber auch hier sind Regeln zu beachten“, erklärt DGB-Bundesjugendsekretär Florian Haggenmiller. Schwere körperliche oder gefährliche Arbeit, etwa mit Chemikalien, ist auch für Jugendliche tabu. Gleiches gilt für sogenannte Akkordarbeit, bei welcher der Lohn direkt vom Arbeitstempo abhängt.

Wie lange dürfen Schüler arbeiten?

Grundsätzlich gilt: in allen Ferien zusammen nicht länger als vier Wochen im Jahr. „Denn Schulferien sind in erster Linie zur Erholung da“, erläutert Haggenmiller. Pro Tag dürfen Schüler nicht mehr als acht Stunden, in der Woche nicht mehr als 40 Stunden arbeiten. Meist muss die Arbeit zwischen sechs und 20 Uhr erledigt werden. Ausnahmen: Jugendliche ab 16 Jahren, die im Gastgewerbe bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten dürfen. Abgesehen von Veranstaltungen dürfen Schüler außerdem nicht am Wochenende arbeiten.

Wie lange müssen die Pausen sein?

Die Ruhepausen für Jugendliche sind im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt. Schüler, die zwischen viereinhalb und sechs Stunden pro Tag arbeiten, haben Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Liegt die Arbeitszeit darüber, sind es 60 Minuten.

Bekommen Schüler Mindestlohn?

Nicht, wenn sie unter 18 sind. Für erwachsene Ferienjobber gilt aber der Mindestlohn: Sie haben Anspruch auf 8,50 Euro pro Stunde.

Sind die Jobs steuerpflichtig?

Ja, sofern Schüler über 900 Euro brutto im Monat verdient haben – auch wenn sie insgesamt nur einen Monat in den Ferien gearbeitet haben. Normalerweise können sich die Schüler ihre Steuern aber wieder vom Finanzamt zurückholen, da sie aufs Jahr gerechnet die Summe für das steuerfreie Existenzminimum nicht überschreiten. Aus diesem Grund brauchen die Arbeitgeber auch eine Lohnsteuerkarte.

Ist ein Arbeitsvertrag nötig?

„Auf jeden Fall sollte jede Schülerin und jeder Schüler nur mit einem schriftlichen Vertrag in der Hand den Ferienjob beginnen“, rät Haggenmiller. Darin sollten die Aufgaben, Arbeitszeiten und die Entlohnung klar definiert werden. Halten sich Arbeitgeber nicht an die Verträge, sollten sich Schüler zusammen mit ihren Eltern an das örtliche Gewerbeaufsichtsamt oder Ämter für Arbeitsschutz wenden. Außerdem ist vor Arbeitsantritt ein ärztliches Gesundheitszeugnis erforderlich. Versichert sind arbeitende Schüler während der Arbeit beim Arbeitgeber.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *