Der Industrie fehlt der Nachwuchs

Die Suche nach Auszubildenden fällt den Unternehmen immer schwerer. Fast jedes dritte deutsche Unternehmen konnte im vergangenen Jahr nicht alle Ausbildungsplätze besetzen. In den neuen Bundesländern waren es sogar 45 Prozent.

Vor allem im Gastgewerbe, in der Industrie und in der Logistik werden Auszubildende gesucht. Zwei Gründe spielen dabei eine große Rolle. Einerseits ist die Zahl der Schulabgänger in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Gleichzeitig ist die Hochschule für viele Schüler und Eltern attraktiver geworden.

Schon bei der Entscheidung, ob ein Kind auf ein Gymnasium oder eine andere weiterführende Schule geschickt wird, bestehen die meisten Eltern darauf, ihr Kind auch mit nicht so guten Leistungen unbedingt aufs Gymnasium schicken zu wollen. Dabei steht auch oft für Schüler nicht einmal im Vordergrund, ob für ihre Karriere tatsächlich die Hochschule die richtige Entscheidung ist. Und so ist die Zahl der Studierenden um 40 Prozent seit 2006 angestiegen.

„Die fehlenden Azubis von heute sind die fehlenden Fachkräfte von morgen – und Fachkräftemangel wird in Zukunft immer öfter heißen, dass dual ausgebildete Fachkräfte fehlen“, so DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Gerade auch in Sachen Unternehmensführung ist es Unternehmern – wenn von keinem Familienmitglied Interesse bekundet wird – lieber einen langjährigen vielleicht sogar selbst komplett ausgebildeten Angestellten in die Chefposition zu bringen. Und gerade im Mittelstand werden in den kommenden zehn bis zwanzig Jahren viele Wechsel an der Unternehmensspitze stattfinden müssen.

Die hohe Zahl der jungen Flüchtlinge könnte die Unternehmen zwar potentiell in ihrer Suche nach Auszubildenden helfen, doch mangelnde Sprachkenntnis hat bisher nur in wenigen Fällen zu einem Zusammenfinden gereicht. Zuletzt haben sich die Betriebe damit geholfen, auch Auszubildende zu nehmen, die nicht über sehr gute Noten verfügten. Betriebseigenen Nachhilfeangebote sollen diesen helfen, unternehmensnah die eigenen Kenntnisse in Mathe etc. zu verbessern. Derartiges bieten mittlerweile immerhin 40 Prozent der Betriebe an.

Kommentare

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  1. Kulleraugen sagt:

    die meisten Studieren ja heute der Nachteil zuviele Besserwisser zum Schluss als Praktiker wie in Spanien fast keiner der Absolventen bekommen einen Job Zeitverschwendung

  2. Yussuv Bin Laden sagt:

    wer will schon den Rest seines Lebens als Lohnsklave dahin vegetieren