EU erhöht Druck auf Großbritannien

Am 23. Juni entscheidet Großbritannien in einem Referendum über den möglichen Verbleib des Landes in der EU. Die EU-Politiker haben den Kern einer Volksabstimmung nicht erkannt und versuchen deshalb, Einfluss auf die potentiellen Wähler in Großbritannien zu nehmen. Tusk warnt nun sogar vor Jahren des Chaos.

EU-Ratspräsident Donald Tusk hat eindringlich für einen Verbleib Großbritanniens in der Europäischen Union geworben. Einem Brexit würden sieben Jahre politischen Chaos und Ungewissheiten folgen, twitterte Tusk am Donnerstag. „Das Vereinigte Königreich ist ein Sclüssel-Staat in der EU.“ Es gebe so viele Dinge, die man zusammen machen könne. „Jetzt auszuscheiden macht überhaupt keinen Sinn“, sagte der ehemalige polnische Regierungschef. Würde Großbritannien in der EU bleiben, könne innerhalb eines Jahres ein gesondertes Abkommen des Staatenbundes mit dem Vereinigten Königreich ausgehandelt werden. Auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sprach im Falle eines britischen EU-Austritts von einer „“Katastrophe“.

Nach jüngsten Umfragen liefern sich die Befürworter und Gegner eines Brexit ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Wahllokale werden kommenden Donnerstag ab acht Uhr Mitteleuropäischer Zeit geöffnet sein und um 23.00 Uhr schließen. Im Anschluss wird mit der Auszählung der Stimmen begonnen. Jedes der 382 Wahllokale wird dann zunächst die abgegebenen Stimmzettel zusammenzählen (inklusive der ungültigen und der Briefwahlzettel). Dann wird jeder Wahlkreis die Stimmen für einen Verbleib oder einen Austritt zusammenrechnen und verkünden. Die Mehrheit der Bezirke sollte damit zwischen 03.00 Uhr und 05.00 Uhr morgens am 24. Juni ausgezählt sein, die letzte Bekanntmachung wird um etwa 08.00 Uhr erwartet.

Die lokalen Resultate werden dann zu insgesamt zwölf regionalen Abstimmungsergebnissen zusammengefasst, und dann schließlich zu einem landesweiten Resultat. Die oberste Wahlleiterin Jenny Watson wird das Resultat dann in Manchester bekannt geben. Das Ergebnis des Referendums kann laut Wahlkommission nur im Wege einer richterlichen Überprüfung hinterfragt werden.

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