E-Autos: Größte Wachstumschance bietet sich in Asien

Laden in 18 Minuten und eine Reichweite von 300 Kilometern – Kreisel Electric hat sich mit Batterien für Autos bereits eine gute Marktsituation erarbeitet. Von Kaufprämien hält das Unternehmen aber nichts, „da sich Fahrzeuge auch ohne Zuschuss wirtschaftlich betreiben lassen“, sagte Christian Schlögl von Kreisel Electric den Deutschen Mittekstands Nachrichten.

Deutsche Mittelstands Nachrichten: Sie bieten eine Batterie für E-Autos an, die über eine Reichweite von 300 Kilometern verfügt. Wie viele Kilometer Reichweite kann eine Batterie Ihrer Meinung nach noch erreichen, gibt es für E-Autos eine natürliche Grenze?

Christian Schlögl: Es gibt prinzipiell keine natürliche Grenze – bis auf das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges. Die Batterie sollte so klein wie möglich gehalten werden, um somit das Gewicht und die Kosten des Fahrzeuges gering halten zu können. Allerdings muss die Batterie schnell zu laden sein!

In Sachen E-Mobilität wird mit Tesla, Google und auch einigen chinesischen Mitbewerbern der Markt für europäische Autohersteller kleiner. Zu lange haben diese gewartet, um sich wirklich dieser neuen Technologie zu verschreiben. Glauben Sie, die europäischen Hersteller – wie BMW, VW, Daimler und Peugeot – können hier tatsächlich international bestehen? Oder haben sie zu lang gezögert?

Wir hoffen natürlich, dass diese bestehen werden, allerdings müssen Sie jetzt ordentlich Gas geben, damit der Zug nicht ohne sie abfährt. Aber wir wissen, dass nun intern einiges in die Gänge kommt bei den europäischen Herstellern.

Sehen Sie für den klassischen Verbrennungsmotor in 20 Jahren noch Platz?

Nein definitiv nicht, maximal in Hybridanwendungen.

Sie arbeiten derzeit auch an einer speziellen Ladestation, die es möglich machen soll, ihre Batterien in nur 18 Minuten zu laden. Haben Sie schon einen Partner dafür gefunden?

Bis jetzt haben wir noch keinen Partner gesucht, da wir das Produkt komplett eigenständig entwickeln. Allerdings haben schon sehr viele interessierte Firmen angefragt.

Gibt es für Ihre Produkte internationale Interessenten?

Ja natürlich. Wir haben bereits Kunden in ganz Europa, Asien, Nord- und Südamerika und Indien.

Ist Österreichs Bevölkerung in Sachen E-Mobilität weiter als die Deutschen?

Schwer zu sagen, da jedes Bundesland unterschiedlich weit fortgeschritten ist.

Wo sind Ihrer Meinung nach derzeit noch die größten Herausforderungen für die E-Mobilität?

Im Aufbau einer flächendeckenden Schnelllade-Infrastruktur

Was halten Sie von der Kaufprämie für E-Autos der deutschen Regierung?

Es ist zumindest mal ein Anreiz für Kunden. Allerdings halten wir nichts von Anreizprogrammen, da sich Fahrzeuge auch ohne Zuschuss wirtschaftlich betreiben lassen.

Ihre neue Batterie-Fabrik entsteht in Oberösterreich. Warum haben Sie diesen Standort gewählt?

Weil alle unsere Mitarbeiter aus dieser Gegend kommen und wir hier sehr gute Mitarbeiter finden.

Fühlen Sie sich in der Vorreiterrolle in Europa?

Definitiv.

Für BMW, Porsche etc. haben Sie bereits etablierte Modelle mit E-Technologie ausgebaut. Wie eng ist die Zusammenarbeit mit europäischen Herstellern?

Wir arbeiten mit fast allen europäischen Herstellern zusammen, allerdings dürfen wir hierzu keine Details nennen.

Findet man Ihre Batterien beispielsweise tatsächlich auch in Serienmodellen zum Kauf? Oder wie sind Ihre Projekte zu verstehen?

Bis jetzt noch nicht, allerdings bereiten wir gerade die Serienproduktion für 2017 mit einigen Modellen vor.

Könnte ein Unternehmen sich die eigene Flotte bei Ihnen umbauen lassen?

Unter Umständen ja.

Gibt es etwas, dass Sie von der EU-Politik fordern würden, um mit der E-Mobilität besser voranzukommen?

Einen einheitlichen Standard für Schnellladestationen und ein Innenstadtverbot für Verbrenner.

Was halten Sie von einem Fahrverbot von Verbrennungsmotoren in zehn Jahren?

Technisch wäre es möglich und natürlich wünschenswert für die Elektromobilität!

Wo sehen Sie für Ihr Modell der E-Mobilität die größten Wachstumschancen (EU, China, USA)?

Derzeit definitiv Asien!

Kommentare

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  1. Morat sagt:

    Akkuschonende, Impulsreflex- Ladeverfahren, in ca. 15 Minuten, gibt es schon seit Jahrzehnten: https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%BCckstromladen
    Die haben es ggf. mit Einzelzellen- Spannungsüberwachung kombiniert.

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    DONNERWETTER!
    Da muss SIEMENS sofort eine „Task-Force“ gründen, sprich Arbeitskreis.
    UND ZUERST müssen Forschungssubventionen her, sonst geht gar nichts.
    Ach ja, da war ja noch das von den USA gewünschte FRACKING-INVESTMENT von Joe Kaeser. UND JETZT auch noch die WINDMÜHLEN: äusserst pfiffig!!!
    DON QUIJOTE und sein „Team“ hätte es nicht besser gekonnt. WIE WÄRE ES mit der strategischen Besatzung des SIEMENS-Museums zwecks Auffrischt innovativer Ideen?