Pharmafirmen zahlen mehr als halbe Milliarde an Ärzte und Kliniken

Die Pharmaindustrie hat im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Euro an Ärzte und Krankenhäuser für Studien, Fortbildungen und Sponsoring gezahlt, wie Reuters berichtet. Die Summe betrage für das Jahr 2015 insgesamt rund 575 Millionen Euro, teilte der Verband...

Die Pharmaindustrie hat im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Euro an Ärzte und Krankenhäuser für Studien, Fortbildungen und Sponsoring gezahlt, wie Reuters berichtet. Die Summe betrage für das Jahr 2015 insgesamt rund 575 Millionen Euro, teilte der Verband Forscher Pharma-Unternehmen (vfa) am Montag in Berlin mit. Mit der erstmaligen Veröffentlichung der Zuwendungen setzen die 54 Mitgliedsunternehmen des vfa sowie des Vereins „Freiwillige Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie“ (FSA) ihren selbstauferlegten Transparenzkodex um.

Nach eigenen Angaben decken die Firmen gemeinsam 75 Prozent des deutschen Pharmamarktes für verschreibungspflichtige Medikamente ab. Bis zum 30. Juni wollen sie auf ihren Webseiten die Leistungen an Ärzte und medizinische Organisationen veröffentlichen. Soweit es datenschutzrechtlich möglich ist, sollen auch individuelle Leistungen an Mediziner dargestellt werden.

366 Millionen Euro flossen den Angaben zufolge an Ärzte und Kliniken für klinische Studien und Anwendungsbeobachtungen von Arzneien. 119 Millionen seien als Vortragshonorare an Ärzte und für Fortbildungen eingesetzt worden. 90 Millionen Euro wurden für das Sponsoring von Veranstaltungen, Spenden und Stiftungen aufgewendet.

Mit der Transparenzoffensive wollen die Unternehmen den Verdacht der Einflussnahme auf Ärzte zur Verschreibung bestimmter Arzneimittel ausräumen. Immer wieder sieht sich die Branche dem Vorwurf ausgesetzt, Geld für umstrittene Studien, Fortbildungen und Reisen zu bezahlen.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    SCHWEIGEGELDER zur Vergiftung der Gesundheit!