Wirtschaftskrise: Weltweiter Protektionismus nimmt zu

Seit dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise sind weltweit 1.000 protektionistische Maßnahmen ergriffen worden. Allein 200 davon in den vergangenen eineinhalb Jahren. Die meisten davon sind auf China zurückzuführen.

Die Strafzölle gegen Chinas Dumpinglöhne sind derzeit die in Europa am meisten wahrgenommenen protektionistischen Maßnahmen. Tatsächlich, das zeigen die Daten der EU, haben in den vergangenen acht Jahren viele Länder neue Maßnahmen ergriffen, um die Unternehmen und Märkte des eigenen Binnenmarktes zu schützen.

Vor allem bei Rohstoffen und Energiegütern sind Handelsbarrieren vorherrschend. Hier haben nun neben Algerien, Indonesien, Ägypten und Indien auch Länder wie Indonesien und die Ukraine neue Barrieren eingeführt. Selbst vor der Digitalisierung macht der Protektionismus nicht Halt, wie der EU-Bericht zeigt. Seit 2008 sind mehr als 35 Maßnahmen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie entstanden, überwiegend in China, Indien, Russland und Indonesien. Allein 15 davon wurden im Referenzzeitraum ergriffen. Insgesamt hat China im Beobachtungszeitraum mehr Handelsbarrieren erhoben als jedes andere Land.

Im aktuellen Bericht hat sich die EU auf 31 Handelspartner Union konzentriert. Insgesamt gesehen, ist davon auszugehen, dass die weltweiten protektionistischen Maßnahmen daher weit über 1.000 liegen. Von mehr als 800 neuen Handelsbarrieren weltweit sprach der Kreditversicherer Euler Hermes bereits im vergangenen Jahr mit Blick auf den Zeitraum zwischen 2014 und dem zweiten Quartal 2015 gestiegen.

Auch die jüngst von der DIHK durchgeführte Studie „Going International“ zeigte bei den Unternehmen einen Unmut über zunehmende Handelsbarrieren. Volker Treier von der DIHK zufolge würden die Länder hier immer kreativer werden. „Was früher Handelszölle waren, sind heute zusätzliche, oftmals unnötige lokale Regulierungen und Sicherheitsanforderungen“, so Treier. Jedes dritte Unternehmen klage darüber, Jahr für Jahr neue Handelshemmnisse überbrücken zu müssen. Besonders häufig käme das bei Geschäften mit den Schwellenländern vor.

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