DZ Bank will Negativzinsen an Volksbanken weitergeben

Kleine Genossenschaftsbanken müssen sich auf Strafzinsen einstellen, wenn sie hohe Geldbeträge bei der DZ Bank parken. Das genossenschaftliche Spitzeninstitut deutete auf seiner Hauptversammlung am Mittwoch an, die Negativzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) künftig an Volks- und Raiffeisenbank weiterzugeben.

Die bisher praktizierten „Nullzins-Floors für Kontokorrentguthaben und Termineinlagen von Genossenschaftsbanken“ könnten wohl nicht mehr beibehalten werden, erklärte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch. „Es bedarf einer fairen und solidarischen Aufwandsverteilung zwischen den Teilnehmern unseres Liquiditätsverbunds. Insgesamt müssen wir im institutionellen Geschäft mit marktnahen Zinsen auf Einlagen arbeiten.“

Das Institut, das mit dem Schwesterhaus WGZ Bank fusioniert, werde in Kürze bekannt geben, wie es bei dem Thema ab 1. August vorgehen wird, betonte Kirsch. Im Privatkundengeschäft seien Negativzinsen angesichts des intensiven Wettbewerbs aktuell kein Thema.

Die EZB verlangt von Geschäftsbanken seit Sommer 2014 Strafzinsen, wenn diese Geld über Nacht bei ihr parken. Seit März liegt der Satz bei minus 0,4 Prozent. Viele Geldhäuser verlangen deshalb ihrerseits eine Gebühr, wenn Profi-Investoren oder Unternehmen hohe Summen auf ihren Bankenkonten anhäufen. Die Commerzbank erwägt Insidern zufolge, mehrere Milliarden in Tresoren zu horten, um den Negativzinsen der EZB zu entgehen.

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