Premierminister Cameron tritt zurück

Nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union (EU) hat Premierminister David Cameron seinen Rücktritt erklärt. Er werde bis Oktober sein Amt als Regierungschef aufgeben, sagte er am Freitag in London. Das Land brauche einen neuen Führer. „Ich glaube nicht, dass ich der richtige Kapitän bin, der unser Land an sein neues Ziel steuert.“ Der Wille des Volkes müsse respektiert werden, erklärte Cameron zum Ausgang des Referendums.

Nach dem britischen Brexit-Votum hat Premierminister David Cameron seinen Rücktritt bis Oktober angekündigt. Ein neuer Regierungschef müsse den Prozess zum Austritt aus der EU leiten, sagte Cameron am Freitagmorgen vor seinem Amtssitz in London. Er werde in den kommenden Monaten „das Schiff stabilisieren“, doch wolle er bis Anfang Oktober die Regierungsführung übergeben.

„Ich denke nicht, dass es richtig wäre für mich, der Kapitän zu sein, der unser Land zu seinem nächsten Ziel steuert“, sagte Cameron bei dem Auftritt vor seiner Residenz in Downing Street. „Ich denke, es ist richtig, dass der nächste Premierminister die Entscheidung trifft, wann der Artikel 50 ausgelöst wird“, sagte er mit Blick auf Artikel 50 des EU-Vertrags, in dem ein Austritt eines EU-Landes geregelt ist.

„Ich möchte auch in anderen europäischen Ländern lebenden Briten und hier lebenden europäischen Bürgern versichern, dass es keine unmittelbare Änderung ihrer Umstände geben wird“, sagte Cameron an der Seite seiner Ehefrau Samantha. Er habe sich in der Kampagne vor dem Referendum mit „Kopf, Herz und Seele“ für den Verbleib in der EU eingesetzt und „nichts zurückgehalten“.

„Das britische Volk hat eine sehr klare Entscheidung getroffen, einen anderen Weg zu nehmen und daher denke ich, dass das Land eine frische Führung braucht, um es in diese Richtung zu führen“, sagte Cameron. Die Briten hatten am Donnerstag mit 51,9 Prozent für den EU-Austritt gestimmt. Das Votum der Briten ist daher auch eine persönliche Niederlage für Cameron.

Cameron hatte das Referendum im Januar 2013 unter dem Druck des europaskeptischen Flügels seiner konservativen Partei angesetzt, sich selbst aber in der Kampagne vehement für den EU-Verbleib ausgesprochen. Am Morgen hatte Außenminister Philip Hammond noch versichert, Cameron werde trotz des Austrittsvotums Premierminister bleiben, um die Anweisung der Briten auszuführen.

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