Brexit treibt Kosten für Staatsanleihen in die Höhe

Die Entscheidung der Briten gegen die EU ist auch am Staatsanleihen-Markt zu spüren. Die Zinskosten für zweijährige, griechische Anleihen stiegen um mehr als 40 Prozent. Auch die portugiesischen, spanischen und italienischen Anleihen geraten unter Druck.

Das Ja zum Austritt aus der EU wirkt sich nun auch auf die Zinskosten der EU-Länder aus. Die Zinskosten für zwei-, fünf- und zehnjährige Anleihen aus Südeuropa haben allesamt zugelegt. Für zweijährige griechische Bonds beispielsweise liegen die Kosten nun bei 10,63 Prozent. Die Kosten  für zehnjährige stiegen um fast zehn Prozent. Ähnliches zeigt sich auch in Portugal, Italien und Spanien.

Hier sind die Zinskosten für kurzfristige Anleihen zwar bei weitem nicht so hoch wie in Griechenland, doch gestiegen sind die Kosten ebenfalls deutlich. Und bei den langfristigen Anleihen ging es für Portugal wieder auf 3,36 Prozent rauf.

Spekulationen über die Auswirkungen auf die EU insgesamt und über mögliche weitere Referenden im EU-Raum setzen die Staatsanleihen unter Druck. Am Freitag hatten die Schotten noch einmal über eine Abspaltung von Großbritannien nachgedacht, Italien Protestpartei fordert ebenfalls ein Referendum.

Selbst in Katalonien, wo die Regierung derzeit vor dem Zerbrechen steht, kommt nun wieder eine Abspaltung von Spanien ins Gespräch. Das hat zu einem regelrechten Ausverkauf bei den Anleihen der spanischen Region geführt. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel zeitweise um einen Prozentpunkt in die Höhe auf 5,502 Prozent. Papiere der Zentralregierung in Madrid warfen Investoren ebenfalls aus ihren Depots. Deren Rendite stieg auf bis zu 1,742 von 1,480 Prozent.

Im Gegenzug dazu fielen die Kosten für Anleihen aus Deutschland, Österreich und Frankreich. Nach einem Abfall um 26,7 Prozent zahlen die Anleger jetzt sogar 0,55 Prozent für zweijährige deutsche Schuldtitel. Und für zehnjährige, deutsche Anleihen liegen die Zinskosten derzeit bei Minus 0,62 Prozent. Die Zinskosten für zweijährige, österreichische Anleihen liegen bei Minus 0,53 Prozent.

Kommentare

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  1. ped43z sagt:

    Easyjet gibt eine Prognose heraus, weil etwas eintreten könnte und bringt das auch noch in einen völlig verqueren Zusammenhang mit dem Brexit?
    Um damit auch noch die eigene Aktie runter zu ziehen?
    Was soll das denn?
    Es könnten auch weniger Deutsche ins Ausland fliegen, wenn der König von Tonga sich morgen in der Nase bohrt. Aber sehr wahrscheinlich ist es wohl nicht.
    Wegen einem KÖNNTE und einem krampfhaften in Verbindung bringen mit dem Brexit bricht eine Aktie ein, oh mein Gott.
    Nun wissen wir wenigstens, dass Analysten an der Börse Unterhaltungskünstler sind.
    Man glaubt es nicht…
    Oder geht es einfach nur darum, Stimmung zu machen, wie ganz doll schlimm ein Austritt aus der EU (was ja nun nicht mit Europa gleichzusetzen ist, sonst müsste man die britischen Inseln nach Nordamerika verschiffen) wäre und redet mit den absurdesten Begründungen ein Untergangszenario herbei? Ich meine diese Wahrscheinlichkeit ist deutlich größer als oben aufgestellte Behauptung.

    Beste Grüße
    ped43z

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Jetzt sind die Britten die Bösen.
    Das haben fast alle aus dem Bewusstsein gestrichen.
    Die Wirtschaft in Europa war bereits beim Aufgleisen der EU vor
    rund 25 Jahren in einem fragwürdigen Zustand.
    Das Konstrukt EU das konnte man ja sehr gut beobachten bescherte der
    Europäischen Wirtschaft eine schlecht fundierte Scheinblüte angestossen,
    und auf einige Jahre getragen von einer irren Ausweitung der Europäischen,
    und Globalen Geldmenge. 2008 platzte diese Geldblase ausgehend von den USA.
    Innzwischen übersehen oder wollen es die allermeisten einfach nicht wissen.
    Diverse Faktoren für einen sich abzeichnenden Zerfall dieser EU wurden
    dem ,,Kind,, bereitz nach der Geburt in die Wiege gelegt.
    Logo hat die gleichzeitig aufgegleiste sog.Globalisierung erheblich die Entwiklung
    auf diverse art und weise, das Geschehen mitbestimmt.
    Beispiel:
    Auf dem Hintergrund im Windschatten der Deregulierung, des Kapitalmarktes konnten div, Staaten kaum beachtet irre Schuldenberge anhäufen.
    Wirtschaftspolitisch hat die EU verheerend versagt.
    Die berümten Gurken sind wirtschaftspolitisch irrelevant.
    Die Geldmengenpolitik jedoch ist ein entscheidendes Wirtschaftspolitisches Element.
    Hier hat die EU Zentrale oberjämmerlich versagt, der Euro ein Supperdummheit.
    Weiteres Beispiel:
    Die Zentrale hätte damals längst hinterfragen müssen warum strukturschawache
    Staaten, sich fast über Nacht in regelrechte Boumregionen verwandeln konnten.
    Jetzt weiss es auch der letzte Depp die Ursache basierte auf einer Schuldenorgie.
    Fazit:
    Die EU basiert auf Ideologie, und ganz erheblich auf schreinendem Dilletantismus.
    Wer denn wollte, konnte voraussehen das,das nachhaltig niemals funktionieren
    konnte,kann. Die Volgen dieses Dilletantismus müssen jetzt die breiten massen
    insbesondere die nachwachsende Generation ausfressen.
    Letztere wird schamlos belogen. Das konstrukt EU hat den Europäischen kontinant
    nicht vorangebracht sondern an die Wand geritten, dieses Desaster muss jetzt,
    am bittersten, auch die nachwachsende Generation, mit auslöffeln.