Anschlag auf Flughafen Istanbul

Bei einem Anschlag auf den Istanbuler Flughafen haben drei Selbstmordattentäter 36 Menschen getötet und fast 150 verletzt. Es gebe Hinweise, dass hinter dem Attentat die radikal-islamische IS-Miliz stecke, sagte der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim in der Nacht zu Mittwoch in Istanbul.

Unter den Toten seien wahrscheinlich auch einige Ausländer. Einer der Täter habe in der Abflughalle um sich geschossen, berichteten Augenzeugen. Dann hätten sich alle drei in oder in der Nähe der eine Etage tiefer gelegenen Ankunftshalle in die Luft gesprengt. Der Atatürk-Flughafen ist der größte der Türkei und ein wichtiges Drehkreuz für Reisende aus aller Welt.

Auch etliche Stunden nach dem schweren Anschlag, der am Dienstagabend kurz vor 22.00 Uhr begann, hat sich noch niemand dazu bekannt. Er erinnerte aber an das IS-Attentat auf den Brüsseler Flughafen im März, bei dem 16 Menschen getötet wurden. Der Anschlag auf den Atatürk-Flughafen zeige einmal mehr, dass der Terrorismus eine weltweite Bedrohung sei, sagte Yildirim. „Dieser Angriff, der auf unschuldige Menschen zielte, ist ein abscheulicher, geplanter Terrorakt.“ In der Türkei häufen sich in jüngster Zeit die Attentate. Zu einigen bekannte sich die IS-Miliz, gegen die die Türkei im Rahmen der US-geführten Allianz kämpft. Zwei Anschläge mit Autobomben in der Hauptstadt Ankara werden kurdischen Extremisten zugeschrieben.

Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, das Attentat müsse ein Wendepunkt im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus sein. „Die Bomben, die heute in Istanbul explodiert sind, hätten in jedem Flughafen, in jeder Stadt auf der ganzen Welt detonieren können.“ Er erwarte, dass die Weltgemeinschaft eine „entschlossene Haltung“ gegenüber Terrorgruppen einnehme. Der Anschlag auf den Atatürk-Flughafen ziele darauf, die Türkei zu untergraben, sagte Erdogan. Dazu werde das Blut unschuldiger Menschen vergossen und Angst verbreitet.

Die USA verurteilten den Anschlag und sicherten der Türkei ihre Hilfe zu. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte ein verstärktes Vorgehen gegen Terrorismus. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Hintergründe seien zwar noch nicht klar. „Ich möchte dem ganzen türkischen Volk aber sagen, dass wir uns im Kampf gegen den Terrorismus vereint sehen und uns gegenseitig unterstützen werden.“

Die Polizei habe versucht, zwei der Angreifer durch Schüsse zu stoppen, bevor sie die Kontrollstelle in der Ankunftshalle erreichten, teilten die Behörden mit. Doch die Attentäter hätten ihre Sprengsätze gezündet.

„Es gab eine gewaltige Explosion“, berichtete Ali Tekin, der in der Ankunftshalle auf einen Fluggast wartete. „Es war sehr laut. Die Decke stürzte herab. In dem Flughafen sieht es furchtbar aus.“ Eine Frau, die gerade aus Deutschland angekommen war, erzählte, sie habe sich auf den Boden geworfen, als sie die Explosion gehört habe. „Alle sind weggerannt. Überall lagen Körperteile. Alles war voller Blut.“

Der aus Südafrika stammende Paul Roos schilderte den Angriff eines der Attentäter in der Abflughalle als „wahllose Schießerei“. „Er hat einfach auf jeden geschossen, der ihm in die Quere kam. Er war ganz in Schwarz gekleidet und nicht maskiert.“ Roos sagte Reuters, er sei nur 50 Meter entfernt von dem Angreifer gewesen. „Es gab zwei Explosionen – kurz hintereinander. Dann hat er aufgehört zu schießen. Er drehte sich um und kam auf uns zu. Er sah sich um, ob ihn jemand aufhalten würde, und dann lief er zum Aufzug. Wir hörten weitere Schüsse, dann noch eine Explosion, und dann war es vorbei.“

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