Schweizer bauen das am schnellsten beschleunigende Auto der Welt

Von 0 auf 100 in 1,5 Sekunden. Mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor ist das, was die Studierenden der ETH Zürich und der Hochschule Luzern erreicht haben, kaum möglich. Deshalb haben sie den Elektro-Rennwagen „grimsel“ entwickelt.

1,513 Sekunden – oder 30 Meter – genau so lange benötigte das Elektroauto des Akademischen Motorsportvereins Zürich (AMZ) für eine Beschleunigung von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde. Damit knackten sie den aktuellen Guinness-Weltrekord für Elektrofahrzeuge. Das Team, das sich aus Studenten der ETH Zürich und der Hochschule Luzern zusammensetzt, war damit in dieser Woche eine Viertelsekunde schneller als das Team der Universität Stuttgart im vergangenen Jahr.

Um den Einfluss möglicher Streckenneigung und Wind zu rauszurechnen, wurde die offizielle Zeit als Mittelwert von zwei aufeinanderfolgenden Läufen in entgegengesetzter Richtung errechnet. „Bereits im ersten Versuch wurde der bisherige Weltrekord erstmals unterboten“, so die Studenten. Nach weiteren Feineinstellungen der Traktionskontrolle und mit steigender Streckentemperatur konnte dann letztlich die schnellste Zeit aufgestellt werden.

Der Rennwagen grimsel wiegt lediglich 168 Kilogramm und besitzt unter anderem adaptive Feder-Dämpfer-Elemente und ein Drag-Reduction System. Vier AMZ M4 Radnarbenmotoren befinden sich im grimsel. „Die eigens entwickelten Synchronmotoren leisten jeweils 37kW bei einem Gewicht von 3.4kg.“ Das Chassis, ein einteiliges Monocoque aus CFK (Prepreg) wurde von dem Team selbst gefertigt. Die Maximale Geschwindigkeit liegt bei 120 Kilometer pro Stunde bei 1.000 PS. „Mittels Traktionskontrolle wird die Verteilung des Moments radindividuell geregelt, wodurch die Beschleunigung des Fahrzeugs maximiert wird“, so die Ingenieure. „Kein Serienfahrzeug, auch keines mit Verbrennungsmotor, erreicht eine ähnlich starke Beschleunigung.“

Drei Verbrenner-Fahrzeuge hat der Akademische Motorsportverein Zürich bereits konstruiert, seit sechs Jahren entstehen auch Elektro-Rennwagen. Mehr als 500 Teams nehmen jedes Jahr an der Formula Student teil – dem weltgrößten Wettbewerb für Ingenieure.

Ein weiteres Elektroauto, das gerade von sich reden macht ist ein modifiziertes Tesla Model S. Beim Pikes-Peak-Rennen konnte Blake Fuller vom Start-up Go Puck bei Bergrennen in den Rocky Mountains einen Streckenrekord für sein Serienauto erzielen. Nahezu das komplette Interieur des Autos wurde dafür ausgebaut. Trotz eines eingebauten Überrollbügels konnten so 360 Kilogramm eingespart werden. Am Ende schaffte der Tesla den Pikes Peak in 11: 48 Minuten: Mehr als eine Minute weniger als der bisherige Rekordhalter, ein Zero-Elektromotorrad. Mit Eiswürfeln wurde der Akku des Autos zuvor gekühlt, um ihn vor der anspruchsvollen Strecke zu schützen.

Insgesamt belegte das Tesla-Modell mit Fuller Platz 65 beim Rennen. Romain Dumas mit einem Norma M20 RD gewann das Rennen. Auf 2.852 Metern startet das Rennen im Bundesstaat Colorado. Das Ziel liegt auf 4.301 Metern. 156 Kurven auf 20 Kilometern stehen zwischen dem Start und dem Ziel.

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